I’m A Cyborg, But That’s Ok

Zunächst einmal möchte ich von der internationalen Premiere von „I’m A Cyborg, But That’s Ok“ berichten. Der Film heißt im koreanischen Original „Sai bo gu ji man gwen chan a“ und ist zwar kein Fantasy-Film, wie der Titel vermuten lässt, aber doch ziemlich fantastisch, da die Figuren und Dialoge reichlich surreal erscheinen.

Die Großmutter der jungen Hauptfigur Young-goon war schon recht außergewöhnlich, da sie darauf bestand, nur noch Rettich zu essen… irgendwie hat das auf die Enkelin abgefärbt, denn auch sie landet schließlich wie ihre Oma in der Psychiatrie, da sie denkt, ein künstlicher aber lebendiger Roboter zu sein und fortan nicht mehr isst, sondern versucht, sich an Batterien zu laben. Den Füllstand ihrer Energiereserven kann sie, wie bei einem Akku an ihren Zehen ablesen, von denen dann mehrere oder weniger in bunten Farben aufleuchten.

In der Nervenklinik trifft sie auf Il-soon, der zwar im Umgang mit Menschen nicht der beste ist, aber trotzdem ein gutes Gespür für die vielen verschiedenen Psychosen der Insassen zu haben scheint und bald beginnt, diese Psychosen unter den Insassen auszutauschen, um den Betroffenen damit zu helfen. Natürlich wird er auch bald mit Young-goon in Kontakt kommen – nur wie soll er ihr helfen, braucht sie doch genügend Energie, um als Kampfmaschine alle „Weißen“, also die Wärter, über den Haufen zu schießen, um endlich ihrer Großmutter das Gebiss zu bringen, welches sie doch so dringend für den heißgeliebten Rettich benötigt!

Witzig, skurril und wirklich innovativ erzählt der Regisseur Park Chan-wook diese Geschichte von Phantasien, Psychosen aber auch von Menschlichkeit in der Psychiatrie.

 

Text: Philippe Bourdin (18.02.2007) – Berlinale’07