Glatteis

Titel: Glatteis
Originaltitel: Gololed
Land/Jahr: Russland, 2003
Format: keine Angabe
Länge: 70 min

 

Ich muss sagen, ich bin dem russischen Kino von vornherein gut gesonnen – als großer Fan von Tarkovskij und Slavistik-Student. Das neue russische Kino schafft es so gut wie nie in die westlichen Kinos (dann noch eher die Polen oder Tschechen), aber der letzte, den ich gesehen hatte, Russische Hochzeit (der den Regiepreis in Cannes bekam) hatte mich sehr überzeugt. Also war ich guten Mutes, wenigstens einen Film der Reihe „Neues russisches Kino“ auf der Berlinale 2003 zu sehen. Allein – sämtliche Erwartungen wurden völlig enttäuscht. Es geht um eine Frau, die irgendwelche kriminellen Geschäfte abwickelt. Nach einem Drittel des Films stirbt sie in einem Autounfall, und eine ganz andere Geschichte beginnt, von einem Schwulen, der seinen Freund rausschmeißt, weil er eben jene Frau gesehen hat und nicht mehr vergessen kann. Dieser Mann hat ziemlich viele Probleme, aber man erfährt nicht welche, er wird auch mal zussamengeschlagen, und zum Schluss geht es ziemlich übel aus – wenn man den Film als Geschichte bezeichnen darf. Alles ist im Musikclip-Tempo und -Stil geschnitten, häufig erkennt man gar nichts, weil das Bild unscharf ist. Keine Story, keine Figuren, kein gar nichts. Die Hauptdarstellerin ist sehr hübsch, – aber sonst kann ich nichts positives über diesen Film sagen. Und – es war der einzige Film der Berlinale, den ich gesehen habe, bei dem es im Anschluss keinen Applaus gab. Wertung: 0 von 10 Punkten

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Regie: Braschinskij, Michail

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Text: PD (2003)