Zweikampf

Titel: Zweikampf
Originaltitel:
Land/Jahr: Deutschland, 2001
Format: 35mm, 1:1.85
Länge: 90 min

 

Zusammenfassung:
Rentner Wünsche ist ein leidenschaftlicher Sammler von Trockenblumen – wird jedoch immer wieder von seinen Mitmenschen beim „friedlichsten Hobby das man sich vorstellen kann“ gestört. Um endlich seine langersehnte Ruhe zu haben schafft er nach und nach all jene aus dem Weg die ihm diese verleiden wollen. Nachdem er die hygienebesessene Ehefrau aus dem Weg geräumt hat, dezimiert Wünsche nach und nach die verschrobene und lästige Nachbarschaft. Für die Polizei sind das alles nur Unfälle – außer für den gerade pensionierten Kommissar Konrad der im selben Wohnblock lebt, bei den Kollegen jedoch keinen Glauben findet. Zwischen den beiden Pensionären kommt es zum „Zweikampf“ …

Kommentar:
Gert Steinheimers brillant inszenierte schwarze Komödie ist ein Remake seines Debütwerkes aus dem Jahre 1986. Ursprünglich als TV-Film produziert schaffte „Zweikampf“ damals zu Recht den Sprung in die Kinos. Der Neuverfilmung aus dem Jahre 2001 kann man nur das gleiche wünschen. Die Handlung ist originell, spannend und witzig, die schauspielerische Leistung sagenhaft. Hilmar Thate glänzt als ausgebrannter Ex-Kommissar der nicht abschalten kann gleicht einem alternden Jagdhund der es allen nochmal zeigen will, daß er noch weiß wo der Hase läuft und diesen auch erlegen kann. Der Darstellung des „netten älteren Herren“ Wünsche durch Gerd Baltus erscheint hingegen nur ein Wort angemessen – GENIAL! Erst als sich Kommissar und Killer gegenüberstehen gibt Wünsche mehr als ein paar dahingestammelte Sätze von sich – erst nachdem alle die ihm das Wort abgeschnitten haben aus dem Weg geschafft sind.

Die mannstolle Witwe von nebenan macht sich an Rentner Wünsche, kaum daß seine Frau unter der Erde liegt – bis in die letzte Nebenrolle ist „Zweikampf“ gut besetzt und gut gespielt. Wie etwa der redefreudige Besitzer des Fotoladens der sich darüber ausläßt, „wie schön es doch ist „wenn zwei nette ältere Herren sich befreunden“; gemeint sind unsere beiden Gegenspieler deren Zweikampf eher einem Schachspiel als dem „Jäger und Gejagter“-Muster gleicht. Und so ist auch das Ende überraschend und stilsicher gesetzt – wie der ganze Film.

„Zweikampf“ in der Version von 2001 ist ein Film den man sich sehnlichst auf der Kinoleinwand wünscht – bis dahin müssen wir uns wohl mit Heimkino zufrieden geben.

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Regie & Buch: Steinheimer, Gert

Darsteller: Thate, Hilmar; Baltus, Gerd

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Text: Daniel Walter (05.07.2002)