Zusammen
Zusammen
Tillsammans (Schweden 2000, 106 min, 35mm, 1:1.85)
“Hurra, Franco ist tot! Hurra, Franco ist tot!” November 1975 in einer schwedischen WG. Das Kollektiv “Zusammen” ist “wie ein Haferbrei, der die harten, vereinzelnten Haferflocken zu einer warmen, weichen und glücklichen Gemeinschaft zusammenschmilzt”. So jedenfalls Göran, ein linker Softie dessen Freundin Lara eine offene Beziehung führen möchte und gerne mal den ultrakommunistischen Erik ins Bett zerrt, obwohl der viel lieber über Karl Marx diskutieren würde. Daneben sind dann noch Lasse und Anna – die erst kürzlich ihr lesbische Natur entdeckt hat – und ihr Kind Tet: benannt nach der Offensive in Vietnam. Des weiteren ein Öko-Fundi-Paar, welches den materialistischen Charakter von Pippi Langstrumpf ablehnt – “diese ewige Suche nach Dingen …” – und der schwule Klas, der Lasse gerne zum Homosexuellen bekehren möchte. Als nun Görans Schwester Elisabeth ihren Mann Rolf verläßt und mit dem 10-jährigen Stefan und der 13-jährigen Eva ins Kollektiv einzieht, wird der Cocktail zur Reaktion gebracht. Zwei Welten von bürgerlicher Normalität und altlinken Normen treffen nun aufeinander und wer wissen will was dabei herauskommt, der muß sich nur mal den Wandel der Grünen in Erinnerung rufen. Als ein Fernseher angeschafft wird, wieder Fleisch auf den Tisch kommt und Tet lieber mit Stefan Krieg und Folter spielt – “jetzt will ich aber Pinochet sein …” – statt mit den holzgeschnitzten Legos, da wird es den Fundis zu bunt und die erste Familie zieht aus. Als nächstes packt Erik die Koffer, da Lara nunmal lieber vögeln als diskutieren will und sich auch sonst keiner für Politik interessiert. Elisabeth wird zur emanzipierten Sozialistin bekehrt und auch bei Göran wird ein wenig vom Weichspüler aus dem Charakter genommen … Und dann sind da ja noch die Spießigen Nachbarn, deren Sohn sich mit Eva anfreudet. Derweil holt sich Papa bei seinen “Holzarbeiten” heimlich einen runter und freundet sich mit seinem Klemptner an. Bei diesem handelt es sich nun um Rolf, welcher gerne zu seiner Elisabeth zurück will …
Text: dw, 23.01.2002

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