Yi Yi: A One and a Two
Yi Yi: A One and a Two
Yi Yi (Taiwan 2000, 173 min, 35mm, 1:1.85)
Hochzeiten sind große Ereignisse im Leben der Chinesen, vor allem Taiwan ist bekannt für seine großen Hochzeitsfeiern. Und so beginnt auch „Yi Yi“, Edward Yangs dreistündiges Epos über das Leben einer taiwanesischen Familie im heutigen Taiwan mit einer Hochzeit. NJ ist auf der Hochzeit seines Schwagers A-Di, des Bruders seiner Frau Min-Min eingeladen. Deren gemeinsame Mutter erleidet jedoch während der Hochzeitsfeier zuhause einen Schlag und liegt seitdem im Koma. Die Zeit bis zu ihrem Tode einige Monate später steckt den Rahmen ab für das von Edward Yang liebevoll gezeichnete Gesellschaftsporträt seiner Heimat Taiwan. Anhand der verschiedenen Charaktere die sich jeweils in unterschiedlichen Altersklassen und Gesellschaftsrollen wiederbilden stellt Yang sowohl die persönlichen Probleme der Charaktere wie auch viel vom Lebensgefühl Taiwans dar. Da ist zunächst einmal NJ, der gemeinsam mit seinen Schulfreunden eine Firma leitet um deren finanzielle Situation es nicht gut steht. Eine Zusammenarbeit mit dem Japaner Ota soll die Firma retten. NJ wird von seinen Kollegen nach Japan geschickt, da sich zwischen ihm und Ota ein gutes Verhältnis entwickelt hat, am Ende fallen sie ihm jedoch wiederholt in den Rücken. Dann wäre da noch Sherry, NJs erste und große Liebe. Auf der Hochzeit seines Schwagers trifft er sie nach vielen Jahren wieder. In Japan verbringen sie mehrere Tage gemeinsam und versuchen die Vergangenheit zurück zu holen. Dann sind da noch Min-Min, die von der Krankheit der Mutter so schwer betroffen ist das sie für längere Zeit ins Kloster geht und ihr Bruder A-Di, der durch windige Investmentgeschäfte um viel Geld betrogen wurde. Außerdem taucht seine neutrotische Ex-Freundin immer wieder bei ihm auf, um dem frisch gebackenen Ehepaar die Stimmung zu vermiesen. Auch den Kindern NJs: Ting Ting und ihr kleiner Bruder Yang Yang. Während Yang Yang mit einer Kamera die Hinterköpfe der Menschen photographiert, um ihnen zu zeigen was sie selbst nicht sehen können, wird Ting Ting in die Beziehungswirren von der nebenan neu eingezogenen Lili und ihrem Freund Fatty verwickelt.
Text: dw, 24.01.2002

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