Scooby-Doo

Titel: Scooby-Doo
Originaltitel: Scooby-Doo
Land/Jahr: USA, 2002
Format: 35mm, 1:1.85
Länge: 86 min

 

Zusammenfassung:
Die ehemaligen Mitglieder einer jugendlichen Geisterjäger-Gruppe, darunter eine Riesen-Dogge namens Scooby-Doo, treffen sich auf „Spooky Island“, einem Vergnügungspark für Teenager, wieder. Dort gehen seltsame Dinge vor und rasch haben sich die 5 Detektive wieder zusammengerauft, um das Rätsel zu lösen.

Kommentar:
„Scooby-Doo“ ist eine populäre amerikanische Cartoon-Serie um eine dämliche Dogge, die mit ihren Teenager-Kumpels als „Mystery AG“ auf Geisterjagd geht. Ein Cross-Over aus Ghostbusters und den 5 Freunden. Wie bei anderen gezeichneten Vorlagen war es nur eine Frage der Zeit, bis die Tricktechnik auch dieser Vorlage eine Realverfilmung bescheren würde. Nun ist die Zeit reif. Zum technischen: Die Animation ist nett, aber mittlerweile haben animierte Tiere und die ganzen Härchen, die so schön realistisch programmiert sind, das sensationell neue verloren. Zur Geschichte: Scooby-Doo und Kumpels haben sich getrennt und werden von einem Rummelplatzbesitzer – immer wieder ein Ärgernis, weil er nicht schauspielern, sondern nur herumalbern kann: Rowan Atkinson – auf eine Insel mit Vergnügungspark namens Spooky Island gelockt. Dort werden dann sämtliche Gruselregister gezogen und so ziemlich alles, was filmhistorisch verwurstbar scheint, wird mit in den Fleischwolf gesteckt: Da gibt es exotische Kultpriester wie bei „Indiana Jones“, außerirdische Körperfresser wie in „Die Dämonischen“, einen Superbösewicht, der mit uralten Ritualen die Welt unterjochen möchte wie in „Blade“ und so weiter und so fort. Alles in allem ein unentschlossenes Potpourri, das keinen eigenen Rhythmus findet. Zu schnell, um den angespielten Motiven Chance zur Entfaltung und dem Zuschauer Gelegenheit zum Einfühlen in diesen Film zu geben; zu langsam, um über logische Ungereimtheiten und Drehbuchschwächen hinwegzutäuschen und den Zuschauer in die geheimnisvolle Welt von Spooky Island zu ziehen. Der Eindruck ist, dass es jemand allen recht machen wollte: Für jeden sollte etwas dabei sein und vor allem bot sich so genug Gelegenheit Production Value pur aufzutischen (Kulissen! Tricks!). Das allerdings begeistert nicht, sondern langweilt schon bald.

Was den Film dann aber doch wieder ein bißchen kurzweilig macht, sind die Schauspielers. Denn „Scooby Doo“ ist primär keine Parodie auf Horror- und Abenteuerfilme, sondern auf Freddie Prince jr und Sarah Michelle Gellar. Das diese sich selbst spielen, macht das ganze nur noch komischer und zeigt das jenseits von „Buffy“ und des Schmachtbuben in Teenieschnulzen a la „Eine wie Keine“ doch Talent vorhanden ist. Zusammen mit Linda Cardellini, die eine hervorragende Ulknudel gibt, wird eine lustige Sache daraus. Doch leider haben die Produzenten darauf noch eine riesige Portion Furz-, Kotz- und Fress-Humor seitens des animierten Hundes und seines besten Freundes Shaggy (durchaus witzig: Matthew Lillard) geschüttet. Das widerstrebt meinem bürgerlichen Taktgefühl und meiner Akademiker-Attitüde und hatte mir schon sämtlichen Spaß an „Shrek“ verdorben – mal von dessen dumpfer „Message“ abgesehen, aber wir wollen das Ende dieser knappen Kritik nicht mit dem Beginn einer weiteren vermengen…

Fazit: Kurzweiliger No-Brainer für jene, die sinnentleerte Entspannung ohne viel Aufregung suchen. Für Freunde der intelligenten Kino-Unterhaltung nur bedingt, für Anhänger des sogenannten Autorenfilms kaum geeignet.

+++

Regie: Gosnell, Raja

Kamera: Eggby, David

Schnitt: Beyda, Kent

Musik: Newman, David; Gunn, James

Darsteller: Prince jr., Freddie; Gellar, Sarah Michelle; Lillard, Matthew; Cardellini, Linda; Atkinson, Rowan; Fisher, Isla

+++

Text: Timothy Simms (31.08.2002)