Happy Times

Titel: Happy Times
Originaltitel: Xingfu Shiguang
Land/Jahr: China, 2000
Format: 35mm, 1:1.85
Länge: 96 min

 

Zusammenfassung:
Nach mehreren Versuchen, eine Frau zu finden, trifft der pensionierte Lehrer auf eine molligerere Wittwe. Da diese eine aufwendige und kostspielige Hochzeit feiern möchte, gibt sich er sich als Geschäftsmann ohne Geldsorgen aus – im Gegensatz zu seiner wirklichen Situation. Als er sich dann Geld bei einem ehemaligen Schüler leihen möchte, kommt dieser mit der Idee auf, einen alten, im öffentlichen Park stehenden Bus zu renovieren. Die jungen Liebenden, die den Bus bisher als Versteck genutzt hatten, sollten Miete bezahlen. Diese lukrative Einnahmequelle verkauft er seiner angebeteten als Hotel. Allerdings lernt er bei einem Abendessen sowohl den verwöhnten Sohn, als auch ihre unterdrückte blinde Stieftochter kennen, der er nun einen Job in seinem vermeintlichen Hotel geben soll.

Seine Lüge droht aufzufliegen – und es kommt noch schlimmer. Der Bus wurde von der Stadt aus dem Park entfernt, und die Stieftochter wurde aus der Wohnung rausgeworfen. Um seine Situation zu retten ersinnt Zhao mit seinen Freunden eine neue Lüge: In einer alten Fabrikhalle bauen sie ein Massagestudio nach und lassen Sie im Glauben, es sei ein Service für die Mitarbeiter des Hotels. Allerdings haben sie nicht mit der Spitzfindigkeit der jungen Frau gerechnet, und so fliegt das ganze am Ende dann doch auf.

Kommentar:
Lügen haben ja bekanntlich kurze Beine – das wird auch in diesem Film wieder einmal unterstrichen. In schönen Bilder erzählt Zhang Yimou eine nicht ganz so typisch chinesische Geschichte, schneidet aber chinesische Gesellschaftsprobleme, wie die vertätschelten Kinder der Einkindpolitik und die Probleme von Behinderten. Allerdings schafft es der Film nicht, einen wirklichen Spannungsbogen aufzubauen und droht am Ende noch ganz in Richtung Kitsch abzudriften – der tragische Unfall des Protagonisten und die verhinderte Heirat wenden dieses gerade noch ab. Im Ganzen ein unterhaltsamer Film, bei dem man nicht das Gefühl hat, seine Zeit zu vergeuden, ihn aber auch nicht gesehen haben muss.

Gesehen auf der Berlinale 2002 (außer Konkurrenz im Wettbewerb).

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Regie: Yimou, Zhang

Buch: Zi, Gui

Kamera: Yong, Hou

Schnitt: Ru, Zhai

Darsteller: Benshan, Zhao; Jie, Dong; Xuejian, Li; Jinghua, Gong; Lihua, Dong; Biao, Fu; Qibin, Leng; Ben, Nin; Hongjie, Zhang; Bingkun, Zhao

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Text: DZ (10.02.2002)