Gosford Park
Gosford Park
(Großbritannien 2001, 137 min, 35mm, 1:1.85)
November 1932. Eine Gruppe englischer Aristokraten versammelt sich auf Sir William McCordles Landsitz zu einer Jagdpartie. Die meisten Charaktere erwarten sich wenig mehr als gepflegte Langeweile von der ganzen Sache, das Dienstpersonal hat alle Hände voll zu tun. Alles nimmt seinen gewohnten Lauf – bis der Hausherr ermordet in der Bibliothek aufgefunden wird. Und das gleich doppelt: vergiftet und anschließend erdolcht. Bei den Gästen ruft dies keinerlei Verstörung hervor – außer daß sie sich durch die lästigen Ermittlungen gestört fühlen. Sie reisen ab, als wenn nichts gewesen wäre – und auch unter dem Dienstpersonal kehrt wieder Ruhe ein. Nur Mary, die Dienerin von Gräfin Trentham („Man reist nie ohne eigenes Personal“), nimmt Anteil an dem Geschehen – und eröffnet dem Zuschauer letztendlich Einblick in die tiefen Abgründe einer Gesellschaftsordnung die nur auf den ersten Blick gefestigt scheint – in Wahrheit jedoch schon längst moralisch verkommen ist.
Text: dw, 12.05.2002

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