Die Bourne Identität

Titel: Die Bourne Identität
Originaltitel: The Bourne Identity
Land/Jahr: USA, 2002
Format: DVD
Länge: 114 min

 

Kommentar:

Ein junger Mann wird von Fischern halbtot aus dem Mittelmeer gezogen. Er ist angeschossen und hat sein Gedächtnis komplett verloren. Die einzige Spur zu seiner Vergangenheit ist eine winzige Kapsel, die unter seine Haut implantiert war und auf ein Nummernkonto bei einer Zürcher Bank verweist. Er geht der Fährte nach und findet in besagtem Schliessfach grosse Mengen Bargeld in verschiedenen Währungen, sechs Pässe unterschiedlicher Nationen und Namen, von denen er Jason Bourne als seinen richtigen annimmt, sowie eine Waffe. Anstatt der ersehnten Antworten also noch mehr Fragen, verbunden mit einer dunklen Vorahnung, was seine Vergangenheit betreffen könnte. Als er in der amerikanischen Botschaft verhaftet werden soll und flüchten muss, wendet Bourne sich im Moment der Bedrängnis an die Herumtreiberin Marie. Für eine hohe Summe Geld fährt sie ihn nach Paris zur Adresse, bei der er laut Ausweis wohnt. Als sie dort von einem Profikiller überfallen und beinahe getötet werden, wird ihm klar, dass eine mächtige Organisation mit weitreichenden Verbindungen und Ressourcen hinter ihm her ist. Marie entscheidet sich dafür, ihm beizustehen, widerwillig akzeptierend, dass auch sie bereits viel zu tief in die Sache involviert ist. Seinen für ihn unerklärlichen Instinkten und Fähigkeiten trauend, taucht er gemeinsam mit Marie unter und flüchtet in einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd durch Paris vor der Polizei und der unbekannten Organisation, die ihnen nachstellen. Der Zuschauer indes erlebt mit, wie beim CIA in Langley alles zu Höchstform aufläuft, um den vermeintlich durchgedrehten Aktivposten Bourne unschädlich zu machen. Für sie ist er nach einem missglückten Attentat, eben dem, das zu seiner Amnesie führte, einfach nicht mehr aufgetaucht, danach als Sicherheitsrisiko eingestuft und zur “Neutralisierung“ freigegeben worden, damit nichts von den Machenschaften des US-Geheimdienstes ans Licht kommt. Auch bei Freunden Maries mitten auf dem Land werden sie gefunden. Ein Scharfschütze legt auf sie an, Bourne jedoch gelingt es, auch diesen Attentäter unschädlich zu machen. Er erhält mit dessen letzten Atemzügen ein paar Hinweise auf seine Vergangenheit, die ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Bourne beginnt zu verzweifeln, als ihm bewusst wird, was für ein Mensch er einmal war, worauf es einigen guten Zuredens Maries bedarf, damit er neuen Mut und den Entschluss fasst, nicht mehr so leben zu wollen und mit seiner Vergangenheit zu brechen. Zurück in Paris kommt es schliesslich zum grossen Showdown mit seinem ehemaligen Chef beim CIA und der dortigen Zelle, wobei er nachdrücklich mit Waffengewalt klarmacht, dass er künftig nicht mehr als Auftragskiller im Regierungsauftrag zu arbeiten gedenkt. Das Ende spielt in Griechenland, wo Bourne seine Marie auffindet und sie endlich wieder in die Arme nehmen darf. Dabei muss man dem Film lassen, dass zumindest die Vorlage des für Politthriller berühmten Robert Ludlum relativ geschickt aus dem Konzept des Kalten Krieges extrahiert und mit einem moderneren Hintergrund versehen in die Gegenwart übertragen wurde. Der Stoff wurde nämlich bereits 1988 für das US-Fernsehen mit Richard Chamberlain verfilmt, jedoch nicht so konsequent umgesetzt wie das aktuelle Werk, das spannendes und kurzweiliges Filmvergnügen verspricht, wenn man nicht allzu kritisch nach grossem Tiefgang sucht. Die Darsteller überzeugen, das Tempo und der Aufbau sind geschickt gewählt, sodass man auch als unbedarfter genrefremder Cineast problemlos der Handlung folgen kann.

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Regie: Doug Liman

Drehbuch: Tony Gilroy, W. Blake Herron – Vorlage: Robert Ludlum

Kamera: Oliver Wood

Schnitt: Saar Klein

Musik: John Powell

Darsteller: Matt Damon, Franka Potente, Chris Cooper, Clive Owen, Julia Stiles

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Text: Andreas Riglione (2002)