The Dark Side of Daren

Titel: The Dark Side of Daren
Originaltitel: The Dark Side of Daren
Land/Jahr: Deutschland, 2000
Format: keine Angabe
Länge: 90 min

 

Eine hippe Luxuswohnung irgendwo in Hollywood mit weitläufigem Garten. Im Hintergrund ertönt ein Radio. Ein junger, kahlgeschorener Mann hegt verloren seine Pflanzen.
Schnippelschnippel, mit monotoner Stimme erzählt er von sich, der Sonycamcorder fährt unruhig sein Gesicht entlang.

Diese Dokumentation handelt nicht etwa von einem redseligen Landschaftsgärtner, sondern von Daren Slater, Freund des Amphetamins und Ex-Geliebter von Maximilian Moll. Dieser gibt uns einen intimen Einblick in D` s (inzwischen) zurückgezogenes Leben, welchem seine Villa eine Festung bedeutet – „protecting him from the world“. Ehemaliger Art- director, der sich in Einzelheiten verlor wie der Film zeigt, lebt Daren nun ohne Arbeit vor sich hin, abgeschottet, verschuldet, Kreditkarte wie Telefon gesperrt. Dennoch wirkt er dabei auf den flüchtigen Blick cool, als hätte er sein Leben im Griff.
Die den Film abschließende Schwarz-Weiß Sequenz, in der Darens Riesenpupillen fokussiert werden, bringt es im wahrsten und doppelten Sinne auf den Punkt: Der Blick ist mindestens so starr wie seine Mimik fratzenhaft. Den Kontakt zu sich selbst vermag er lediglich herzustellen, wenn er genussvoll die Gummihandschuhe überstreift, um seiner zweiten Obsession, seiner Sauberkeitsmanie zu frönen „…makes me feel happy“.

Von Sex- oder Drogenexzessen bekommt der Zuschauer wenig zu sehen, was die Stärke des Films ausmacht. Zudem hält Moll sich selbst dezent im Hintergrund, zwar ist er Darens ständiger Begleiter, redet mit ihm und stellt ihm Fragen, aber nur hinter der Kamera, zu Gesicht bekommt man ihn lediglich einmal.
Ein ehrliches Portrait, abgedreht innerhalb von vier Monaten, das dem Zuschauer erlaubt, ohne erhobenen Zeigefinger ein eigenes Bild zu dem Alltag eines Speedomaniacs zu entwickeln. Eine andere Darstellung der Drogenwirklichkeit als bei den abgerissenen Kindern vom Bahnhof Zoo. Ohne aber auszuschließen, dass Slater sich nicht auf andere Weise prostituiere.

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Regie: Moll, Maximilian

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Text: Rita Hagenlocher (2001)