2010 – Lesbenfilmtage

Jubiläum: 20 Jahre Freiburger Lesbenfilmtage – Vorbericht

Freiburg, 03.06 – 06.06.2010

Ab morgen darf gefeiert werden: Die Freiburger Lesbenfilmtage feiern ihr 20. Jubiläum. Viele der Gay & Lesbian Filmfestivals in der Welt wurden Mitte der 1980er Jahre gegründet. Die Freiburger Lesbenfilmtage kamen hier 1990 leicht verspätet, aber sie sind dafür seit eben 20 Jahren in jedem Jahr mit 4 Tagen Film, Unterhaltung und Spaß dabei. In diesem Jahr gibt es nebem dem Filmprogramm, das komplett im Kommunalen Kino gezeigt wird, eine schöne kleine Ausstellung im Wiehrebahnhof, die dem Besucher einen Einblick in das lesbische Leben und dessen Entwicklung in Freiburg, die Geschichte der Lesbenfilmtage und vieles mehr bietet. Ein kurzes Interview mit den vier Organisatorinnen Luzie Boger, Julia Lamke, Petra Lutterbüse und Bettina Pfluger und drei Filmtipps sollen euch, natürlich besonders den weiblichen Lesern, Lust auf lesbisches Kino, Lesungen und die Frauen-Party im White Rabbit machen.

Ihr feiert dieses Jahr 20-jähriges Bestehen. Könnt ihr einen kurzen Rückblick geben? Was hat sich in dieser Zeit verändert?
In den vergangenen 20 Jahren hat sich so einiges verändert. Das lesbische Leben ist mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Immer selbstverständlicher werden Filme mit lesbischer Handlung im Kino oder Fernsehen gezeigt. Das Angebot an Filmen ist breitgefächerter und internationaler geworden. In den ersten Jahren gab es in vielen Filmen lediglich Andeutungen einer lesbischen Handlung, inzwischen ist es in den meisten unserer Filme zentrales Thema.
Was das Festival angeht, so haben die Organisatorinnen immer wieder gewechselt, was auch das Ergebnis immer wieder ein wenig unterschiedlich gestaltet. Aber was gleich geblieben ist, ist die Dauer: es waren schon immer vier Tage voller lesbischer Filme.

Was genau ist ein „lesbischer“ Film für euch?
Das ist Definitionssache. Wenn eine lesbische Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht, oder es um ein Coming Out geht, ist es ziemlich eindeutig. Ansonsten gibt es aber auch Filme deren Thematik einfach für viele Lesben interessant ist, wie z.B. „Football Under Cover“, den wir im letzten Jahr mit großem Erfolg gezeigt haben. Er handelt von Frauen-Fußball in Berlin und Teheran, und von Frauen im Islam. Gerade in den Dokumentationen erfährt man viel über die zahlreichen Facetten lesbischen Lebens auf der ganzen Welt.

Wie werden die Freiburger Lesbenfilmtage wahrgenommen?
Unser Festival ist ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt Freiburg, und auch in der lokalen Presse hat es seinen festen Platz. Uns ist es wichtig wahrgenommen zu werden, deshalb plakatieren wir großflächig und offensiv. Auch durch die Verteilung kostenloser Programmhefte erreichen wir in der Öffentlichkeit viel mehr Personen. Unsere Besucherinnenzahlen sind stetig steigend.

Wie setzt sich euer Publikum zusammen?
Unser Festival ist fester Bestandteil der Freiburger Lesbenszene und die Frauen warten jährlich mit Spannung und Vorfreude auf unser Programm. Das Publikum ist darüber hinaus altersmäßig sehr gemischt, und die Frauen reisen teilweise von Karlsruhe, Basel oder Stuttgart an – oder aus dem tiefen Schwarzwald! Es ist immer wieder schön zu sehen, dass ein Großteil unseres Publikums, uns über all die Jahre treu geblieben ist.

3 Filmtipps der Organisatorinnen:

She’s a Boy I Knew: ist eine berührende, kanadische Dokumentation über Transsexualität, Liebe und Familie. Die Filmemacherin wird bei der Vorstellung anwesend sein.

El Calentito: ist ein spritziger spanischer Film um ein braves Mädchen und eine Girl-Punk-Band, vor dem Hintergrund der politischen Spannungen im Spanien der 80er-Jahre.

The Secrets: erzählt überraschend entspannt von der Liebe zwischen zwei jungen jüdisch-orthodoxen Frauen.

Links:

Text: Jennifer Borrmann, 02.06.2010

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