2005 – Nippon Connection

Nippon Connection 2005 – ein Zwischenfazit

Frankfurt, 13.04 – 17.04.2005

5 Jahre Nippon Connection – eines der derzeit spannendsten Filmfestivals findet heute Abend mit der Verleihung des Nippon Cinema (NC) Awards seinen Abschluss. Der NC Award ist ein Publikumspreis für den alle Filme in Frage kommen, die in der Hauptschiene laufen und zumindest ihre Deutschlandpremiere feiern.
Mein persönlicher Favorit bis dato ist Turnover – An Angel is Coming on a Bicycle (Tenshi wa jitensha ni notte) von Keiichi Nomura mit dem wunderbar agierenden Asahi Kurizuka in der männlichen Hauptrolle. Diesem Festivalbeitrag werden allgemein sehr gute Chancen auf den Gewinn des Awards eingeräumt.
Mehr zu diesem Film und zum Titelträger demnächst auf diesen Seiten.
Wie bereits in den letzten Jahren haben die Organisatoren ein Festival auf die Beine gebracht, das für jeden an der japanischen Kultur interessierten ein Muss ist. Im Rahmenprogramm Nippon Culture u.a.:

  • Spannende Vorträge – z.B. „Behind the Pink Curtain“ über Historie und aktuelle Entwicklung des Pink-Films in Japan von Jasper Sharp, einem Experten des zeitgenössischen japanischen Kinos.
  • Konzerte und Partys – z.B. die abgefahren flippig-punkige Performance der ‚Girlie’-Band Afrirampo
  • Zahlreiche Sonderveranstaltungen – von einer Einführung in die japanische Kalligraphie über einen japanischen Kochkurs bis hin zur traditionellen Podiumsdiskussion ‚New Cinema in Japan’

Mit mehreren ausverkauften Veranstaltungen bereits ein Riesenerfolg ist die Nippon Retro, die sich dieses Jahr dem japanischen Pop-Art-Regisseur Seijun Suzuki zugewandt hat, der in den 60er Jahren durch seine visuell außergewöhnlichen Gangsterfilme populär wurde.

Einen hervorragenden Einblick in das Filmschaffen unabhängiger japanischer Regisseure, die mit geringstem Budget bisweilen außergewöhnliches auf die Beine stellen, bot wieder einmal die Videosektion Nippon Digital. Zwar lässt die technische Qualität der Produktionen hier bisweilen arg zu wünschen übrig, dafür wird man immer wieder durch äußerst phantasievolle Filme wie z.B.Tsuburo von Masafumi Yamada entschädigt, der durch seine außergewöhnliche –bisweilen an Tarkovsky erinnernde- Bildsprache zu überzeugen wusste.

Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären, den Filmen des NC Award. Auch hier gab es Licht und Schatten und auch hier gab es ein ganz besonderes ‚Bonbon’: Nämlich den Formal und ästhetisch beeindruckenden Gewinner des ‚Spezialpreises der Jury’ des letztjährigen Locarno-Filmfestivals Tony Takitani von Jun Ichikawa.
Insgesamt hat das diesjährige Festival wieder viel Spaß gemacht – wäre da nicht bei den vielen Alternativen das leidige Problem der persönlichen Film- und Veranstaltungsauswahl. Aber das gehört zu einem solchen Festival wohl dazu.
Links:

Text: rm, 17.04.2005

Nippon Connection 2005 – Vorschau

Frankfurt, 13.04 – 17.04.2005

Bereits zum fünften Mal findet vom 13.-17. April 2005 in Frankfurt das japanische FilmfestivalNippon Connection statt. Mit über 15.000 Zuschauern nimmt es mittlerweile eine einzigartige Stellung in Europa ein – mit einem Konzept, das durch die Bank überzeugt. Ziel der Veranstalter ist es, das aktuelle Filmschaffen vor allem jüngerer japanischer Filmemacher einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Darüberhinaus wird in einem umfangreichen Rahmenprogramm (z.B. Einführung in die japanische Kalligraphie, Naginata-Kampfsportvorführung, Nudelsuppen-Lounge usw.) den BesucherInnen die Möglichkeit geboten, sich auf verschiedenstem Wege der japanischen Kultur zu nähern.

Die Retrospektive NIPPON RETRO widmet sich dieses Jahr dem japanischen Pop-Art RegisseurSeijun SUZUKI, der in den 60er Jahren mit seinen visuell außergewöhnlichen Gangsterfilmen populär wurde und zu den einflussreichsten Altmeistern des japanischen Kinos auf die neue Regie-Generation gehört.

In der Sektion NIPPON DIGITAL werden Animations-, Kurz- und Dokumentarfilme präsentiert, von Independent bis Big Budget. Bei Japans neuesten Digitalproduktionen gibt es Aufregendes zu entdecken, wie die Filme der Kurzfilmagentur openArt oder die Eigabancho-Serie.

Und last but not least werden in der Hauptsektion NIPPON CINEMA die neuesten Spielfilme u.a. von Takashi Miike und Shinobu Yaguchi präsentiert.

Darüberhinaus wird erstmalig ein Publikumspreis verliehen: Der NIPPON CINEMA AWARD.

Links:

Text: rm, 03.04.2005

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