2001 – Berlinale

Pressekonferenz zu „8 Femmes“

Berlin, 07.02 – 18.02.2001

BERLINALE 2001

Anwesend: Francois Ozon, Ludivine Sagnier, Catherine Deneuve, Virginie Ledoyen, Firmine Richard

 

  • Welche Absicht hatten Sie, als Sie „8 Frauen“ drehten?

Ozon: Ich wollte einen Film über die Weiblichkeit drehen. Und in diesem Film habe ich es geschafft, eine Balance zwischen den erotischsten Frauen Frankreichs herzustellen. Trotz der unterschiedlichen Generationen hat das Teamwork gut funktioniert.

 

 

  • Was war für Sie die größte Herausforderung?

Ozon: Einen wirklich demokratischen Film zu drehen. Der Autor des Stückes ist ein Franzose, Robert Thoma, dessen Stücke damals Hitchcock gekauft hat.

 

Haben Sie, die Darstellerinnen, durch diesen Film eine neue Entdeckung an sich selbst gemacht? Neue Erfahrungen durch diese Figuren gesammelt? Deneuve: Ich bevorzuge, dies Geheimnis zu wahren. Ledoyen: Viele. U.a., dass sich das Geheimnis der Frau um den Mann dreht.

 

  • Wie fühlten Sie sich in der Szene mit der Cognacflasche?

Deneuve: Die ist mir wegen dieser Brutalität sehr schwer gefallen. Allerdings war die Flasche nicht echt.

 

 

  • Wie kam die Idee zur musikalischen Komödie?

Ozon: Dies ist immer bewegend, und das Interessante daran ist die Interpretation der Lieder durch die Schauspielerinnen, die hiermit unterschiedliche Facetten ihres Charakters ausdrücken können. Dies verleiht einen intimen Eindruck. Die Lieder sind zum größten Teil populär, sie entstanden in den Jahren 1960-1975. Der Film soll unter anderem an die musikalischen Komödien damals anknüpfen.

 

 

  • Frau Deneuve, war es eine große Herausforderung, mit den Filmpartnerinnen zu kämpfen?

Deneuve: Ozon: Es war ein Traumcasting. Für den Mann, der sich zum Schluss umbringt, habe ich Verständnis, da die Frauen eine sehr starke Missachtung an den Tag gelegt haben. Auch ist er ein schwacher Mann. Die Idee hierzu hat im übrigen Jean Annouilh kreiert.

 

 

  • Wie empfanden die Schauspielerinnen den Unterschied der Filmarbeiten in Europa (England/ Frankreich) zu Amerika?

Ledoyen: Zwei amerikanische Filme habe ich inzwischen gedreht, und mit Engländern in Europa. Die Qualität der Filme ist unterschiedlich. Auch ist es schwierig, in einer fremden Sprache zu drehen. Ozon: Es gibt eine Menge an ernsten Filmen, da komische Filme es schwerer haben anzukommen. Ich aber schätze die Momente, in denen man träumen kann. Die Filme der 50-er liebe ich, da sie der Hauptströmung zuwieder liefen. Romy Schneiders Foto habe ich in den Film eingebaut, da ich ein großer Fan von „Sissy“ war.

 

 

  • Singen Sie privat gerne, Frau Deneuve?

Deneuve: Es ist ein Unterschied, vor der Kamera zu sprechen oder zu singen. Mit Musik habe ich schon Erfahrung, nur dass es in früheren Filmen Playback war.

 

 

  • Inwieweit hat es Ihnen gefallen, mit dem Image als Ikone der Homosexuellen zu spielen?

Deneuve: Fanny Ardant ist eine sehr freie Frau, die verführt wird. Ozon: Wenn acht Personen mit selbem Geschlecht in ein Zimmer gesperrt werden, passiert auch etwas.

 

 

  • Haben sie kleine (Diven)marotten, Frau Deneuve?

Deneuve: Sehen Sie sich doch meine Filme an… (ironisch)

 

 

  • Lachen Sie bei Gerüchten oder werden Sie böse?

Deneuve: Was ist ein Gerücht? In welchem Gebiet? (aggressiv)

 

  • Was halten Sie, Frau Deneuve, und Virginie Ledoyen, die beide für L`Oreal gearbeitet haben, voneinander?

Deneuve: Würde man das auf einer Pressekonferenz sagen?

 

 

  • War die Kussszene schwierig?

Deneuve: Ja, die derartige physische Nähe ist sehr persönlich.

 

 

  • War die Rollenverteilung von Beginn an festgelegt?

Ozon: Nein, die Sache hat Eigendynamik entwickelt. Logische Prioritäten gab es nicht. Für die, die es noch nicht wissen: Der Film ist eine Intrige im Stile Agatha Christies.

 

Text: Rita Hagenlocher, 20.02.2001

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