#1 Oberhausen: Opening Ceremony

4 Mai

Gestern um 19 Uhr wurden sie offiziell eröffnet: die 59. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Oberbürgermeister Klaus Wehling führte das Publikum in das diesjährige Thema ein: „Flatness – Kino nach dem Internet“. Im Grunde war Thema, was Festivalleiter Lars Henrik Gass bereits in seinem im letzten Jahr erschienenen Buch „Kunst und Film nach dem Kino“ begonnen hatte zu diskutieren. Wohin mit dem Film, wenn das Kino als Auswertungsort, als soziales Gemeinschaftserlebnis, als Gruppenwahrnehmung, abgeschlossen von der Außenwelt (mal abgesehen von den unermüdlichen Mobiltelefonierern), nicht mehr genutzt wird?

(Einschub: Kurzer vermummter Unterbrechungsversuch durch Mitglieder der Antifa mit dem Aufruf zur Demonstration nächste Woche in Oberhausen und zum Gedenken an den 8. Mai als Tag der Befreiung – also: Alle hingehen!)

Das Internet ist eine der möglichen Auswertungsformen, die in Zukunft noch stärker genutzt werden. Das Festival möchte sich also kritisch mit den zukünftigen Rahmenbedingen seiner Arbeit auseinandersetzen, so Gass. In diesem Jahr wurden dafür 6700 Filme eingereicht, wobei es lediglich etwa 130 davon auf die Leinwand schaffen. Wehling sprach von der Verlässlichkeit hier im Kino, wo es Kurzfilme zu sehen gäbe, die woanders nicht gezeigt werden und endete mit dem Aufruf an die Landesregierung, ihren Auftrag wahrzunehmen und sich für mehr Filmbildung einzusetzen. Auch die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (was ein Titel…) Ute Schäfer pflichtete ihm in ihrer Rede bei.

Festivalleiter Lars Henrik Gass stellte dann die Frage, die aus der Migration des Films folgt: Wozu noch Filmfestivals? Seine Antwort: Sie besitzen eine radikale Gegenwärtigkeit. Hinter jedem Film stehe außerdem das Bedürfnis nach Öffentlichkeit und sozialer Energie, die vielleicht heute nötiger als sonst sei. Diese Zugänglichmachung leistet das Festival auch nach der offziellen Festivalzeit, wenn Filmemacher ihre Filme zu ihren eigenen Preisen auf der Website der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen präsentieren können. Zum Abschluss machte auch er nch einmal darauf aufmerksam, dass es in Deutschland mehrere 100 Millionen Euro Filmförderung gibt, davon jedoch nichts für Filme ausgegeben wird, die in irgeneiner Art künstlerisch sind, die nicht von Fernsehanstalten weiterverwertet werden – das muss sich ändern!

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