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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

The Female Touch

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  10.01.2018  20:00 Uhr  En. OmU  American Psycho
 Mittwoch  17.01.2018  20:00 Uhr  En. OmU   Ratcatcher
 Mittwoch  24.01.2018  20:00 Uhr  Fr. OmeU  Vogelfrei
 Mittwoch  31.01.2018  20:00 Uhr  En. OmU  The Babadook
Das Filmgeschäft ist immer noch sehr stark männerdominiert, insbesodere bei den Regisseuren. 2016 waren von den 250 meistgesehenen Filmen des Jahres nur 7% von Frauen gedreht, das ist ein Rückgang von 2% im Vergleich zum Vorjahr. Außerdem hatten 35% dieser Filme überhaupt keine Frauen in wichtigen Positionen wie Drehbuchautorin, Kamerafrau etc. In dieser Reihe werden vier Regisseurinnen vorgestellt, um ein Zeichen gegen diesen Trend zu setzen.
Den Anfang der Reihe macht Mary Harron mit ihrem Film American Psycho. Einige von euch dürften überrascht sein, dass dieses skandalträchtige Buch von einer Frau verfilmt worden ist. Sie hat aus diesem Werk einen sehr femi- nistischen Film geschaffen. Sie war zunächst als Punkjournalistin tätig bis sie Mitte der 90er Jahre ihren ersten Film über das missglückte Attentat auf Andy Warhol gedreht hat. Außerdem war sie mit einem gewissen Tony Blair zusam- men, aber sie möchte lieber nicht darüber sprechen. Sie ist politisch sehr aktiv und setzt sich gegen den Sexismus in der Filmbranche ein.
Der zweite Film ist das Regiedebüt von Lynne Ramsay: The Ratcatcher. Sie gilt als eine der wichtigsten heutigen Regisseurinnen. Momentan läuft ihr aktueller Film You Were Never Really Here in den Kinos, welcher einer der Favoriten auf den Hauptpreis in Cannes war. Sie hat einen sehr lyrischen Stil, jede Filmeinstellung ist so schön, als stammte sie aus einem Gedicht. Sie dreht sehr gerne mit Kindern als Hauptdarstellern, da diese immer sehr natürlich sind, starke Stimmungsschwankungen haben und mit einer großen Leichtigkeit durch die Welt marschieren, die uns Erwachsenen verloren gegangen ist.
Der dritte Film widmet sich der Grand-Mère der Nouvelle Vague, Agnès Varda. Sie war eine der ersten, die mit Location-Shootings angefangen und in ihren Filmen immer auf Laiendarsteller gesetzt hat. Das war in Frankreich sehr neu und sie hatte damit großen Einfluss auf den modernen Film. Deswegen wurde sie dieses Jahr mit dem Ehrenoscar für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Sie versucht mit ihren Filmen Frauen eine Stimme zu geben. Oft sind Personen, die von der Gesellschaft
ausgeschlossen worden sind, ihre Hauptfiguren. Sie hat einen sehr dokumentarischen Filmstil. Die Kamera war für sie wie ein Stift, mit dem man in einem Tagebuch schreibt. Wir zeigen ihren Film Vogelfrei aus dem Jahr 1986.
Der letzte Film der Reihe ist ein weiteres Debüt der ehemaligen Schauspielerin Jennifer Kent, The Babadook. Sie war von Lars von Triers Film Dancer in the Dark so sehr fasziniert, dass sie gleich bei ihm in die Lehre gegangen ist und bei seinem Film Dogville mitgewirkt hat. Sie setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen Horrorfilme drehen, um so mehr Aufmerksamkeit auf deren Ängste zu lenken. Sie befasst sich mit Ängsten aus dem wahren Leben, wie dem Verlust eines geliebten Menschens und die dadurch entstehenden Schuldgefühle. Sie selbst sagt, es sei völlig in Ordnung Angst zu haben.

Text: Maarten Wissink

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