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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Jubiläumsreihe – Fritz Lang

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  21.11.2017  20:00 Uhr  stumm  Metropolis
 Dienstag  28.11.2017  20:00 Uhr  Dt. OV  „M“ - eine Stadt sucht einen Mörder
 Dienstag  05.12.2017  20:00 Uhr  Dt. OV  Das Testament des Dr. Mabuse
 Dienstag  12.12.2017  20:00 Uhr  tba  Lebensgier
Der aka feiert dieses Semester seinen 60. Geburtstag. Beim Stöbern in der Vereinsgeschichte ist uns aufgefallen, dass die allererste Filmreihe, die 1958 über die Leinwand flimmerte eine Reihe zu Ehren des legendären Regisseurs Fritz Lang war. Schon damals – einige Jahre vor seiner tragischen Erblindung und dem Ende seines filmischen Schaffens – hatte der gebürtige Österreicher den Ruf eines großen Visionärs, dessen Filme seiner Zeit weit voraus waren. Heute wird Lang vielleicht sogar stärker verehrt und liefert damit mehr als genug Gründe die Filmreihe zum Jubiläum neu aufzusetzen.
Sein Werk beeindruckt bis heute mit wegweisenden Kameraeinstellungen und düsteren Themen, die auch nach fast 100 Jahren nichts von ihrer Aktualität und Faszination eingebüßt haben. Nachdem Lang, wie so viele Künstler seiner Zeit, vor dem Nationalsozialismus fliehen musste, fand er seine neue filmische Heimat in den USA. Wie andere Exil-Filmemacher verarbeitete Lang diese Erfahrungen in seinen Filmen und brachte die surreale Ästhetik des deutschen Expressionismus in das junge Hollywood. Die eindrückliche Bildsprache und die Überzeugung, dass sich der Film auf ganz besondere Art und Weise zur Auseinandersetzung mit schwierigen und kontroversen Themen eignet, prägten das internationale Kino nachhaltig. Das Schaffen der deutschen Exil-Regisseure trug damit maßgeblich zur Entwicklung des amerikanischen Film Noir bei, welcher wiederum einen prägenden Einfluss auf die französische New Wave-Bewegung der 1960er Jahre darstellte. Fritz Lang steht damit im Mittelpunkt eines transatlantischen Austauschs, der das moderne Kino hervorbrachte.
Die von unseren Vorgängern ausgewählten Filme repräsentieren diese Entwicklung auf eindrucksvolle Weise. Den Anfang macht Langs wohl berühmtester Film. Metropolis (1926), eine fantastische Dystopie, welche auf eindrucksvolle Weise die Unsicherheiten der 1920er widerspiegelt, gilt zurecht als Meilenstein der Filmgeschichte. Wir freuen uns sehr, den Film in unserer Jubiläumswoche in einer restaurierten 35mm-Fassung mit Live-Vertonung der Freiburger Stummfilm Ikone Günther Buchwald zeigen zu können. Mit dem düsteren Kriminalfilm M – Eine Stadt sucht einen Mörder begibt sich Lang 1931 mit seiner Ergründung eines zwielichtigen Großstadtmilieus schon eindeutig in Richtung des Film Noir. Gleichzeitig ist der Film eine der ersten Tonfilmproduktionen Deutschlands, womit auch dieser fundamentale Entwicklungsschritt der Filmgeschichte in Fritz Langs Werk repräsentiert ist.
Das Testament des Dr. Mabuse (1933) ist der letzte Film, den Lang vor seinem Exil in Deutschland drehte und wurde prompt wegen seinen politischen Anspielungen von den Nationalsozialisten verboten. In dem Film plant der verrückte Dr. Mabuse aus der psychiatrischen Anstalt die Errichtung einer verbrecherischen Terrorherrschaft, und formuliert dabei Parolen, die stark an Hitlers eigenes Propagandawerk erinnern. Den Abschluss macht die Hollywood-Produktion Lebensgier (Human Desire), ein Film Noir aus dem Jahr 1954, in dem ein Veteran des Koreakriegs mit seiner Rückkehr in die vermeintliche Zivilisation zu kämpfen hat. Der Film wurde von der zeitgenössischen Presse für seine besonders verachtenswerten Charaktere und fatalistische Weltanschauung scharf kritisiert.
Da unsere Vereinsvorgänger sich bereits 1957 viel Mühe mit der Filmbeschreibung gegeben haben, haben wir beschlossen, Auszüge aus den Originalartikeln von 1957 für die Filmbeschreibung zu benutzen – die aufgrund der ausführlichen Beschreibungen der Handlung jedoch für ein modernes Publikum gekürzt werden mussten.

Text: Paulo Holldack

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