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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Zeit der Umbrüche

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  16.04.2013  20:00 Uhr  Dt. OV  Oh Boy
 Dienstag  30.04.2013  20:00 Uhr  Dt. OV  3 Zimmer/Küche/Bad
 Dienstag  07.05.2013  20:00 Uhr  Dt. OV  Über uns das All

Neuer deutscher Film

Zeit der UmbrücheUmbrüche, Veränderungen, Neuanfänge – die entscheidenden Momente im Leben einer Figur, der Zusammenbruch eines bewährten oder bereits überholten Lebensentwurfs, die Sekunde, in der es einem den Boden unter den Füßen wegzieht, in der man sich fragt: Ist das jetzt das Ende
– oder der perfekte Augenblick für einen Neustart? Dass Filmemacher und Drehbuchautorinnen ihre Filmfiguren häufig solchen Grenzerfahrungen aussetzen, ist kein Zufall. Denn in diesen Momenten lernt man eine Figur oft besser kennen, als wenn man ihr stundenlang durch ihren Alltag folgt.Umbrüche, Zusammenbrüche und Neuanfänge prägen darüber hinaus aber auch die Filmgeschichte. Man denke an den Übergang von Stumm- zu Tonfilm, von Schwarzweiß zu Farbe und die Einführung der dritten Dimension verlangt aktuell ein neues Erzählen - auch wenn das zahlreiche der schlappen 3-D-Filme im Moment noch nicht so richtig hinbekommen.

Aber auch inhaltlich gab es im deutschen Film immer mal wieder Umbrüche: Der Bedeutendste der jüngeren Zeit hat Mitte der 90er Jahre stattgefunden, als die harmlosen bis albernen Komö- dien, die in den 80ern und frühen 90ern den deutschen Kinomarkt überflutet hatten, den Werken einer neuen Generation an Autorenfilmern weichen mussten, die tatsächlich etwas zu erzählen hatten. Eine Generation von engagierten Filmemachern wie Tom Tykwer, Andreas Dresen, Hans- Christian Schmid, Caroline Link, Oskar Roehler oder Fatih Akin trat an, das hiesige Filmschaffen aus der Mittelmäßigkeit zu befreien. Und wieder berührende, persönliche und unkonventionelle Geschichten zu erzählen, die ab und zu sogar politisch engagiert oder experimentell sein durf- ten, wie beispielsweise die minimalistischen und pessimistischen Werke der Berliner Schule um den Filmemacher Christian Petzold. Mit Erfolg: Zwei Oscars für den besten fremdsprachigen Film, Césars aus Frankreich und zahlreiche Preise auf den großen Filmfestivals weltweit sprechen für sich.

Während Euch der aka in seiner Langzeitstudie über den deutschsprachigen Film einen großen Teil dieser Filme und Regisseure bereits präsentiert hat, wagen auch wir einen kleinen Umbruch und widmen uns einer jungen, teils noch unbekannten Regisseursgeneration. Neben dem neu- sten Werk des von uns hochgeschätzten Hans-Christian Schmid zeigen wir drei Filme von jün- geren Filmemachern. Das Leitmotiv der Filme bilden –wie passend- Umbrüche, Veränderungen und Neuanfänge und so schließt sich auch in diesem Artikel der Kreis schließt.

Den Anfang der Reihe und gleichzeitig den Semesterauftakt macht Oh Boy, der deutsche Film, der 2012 wohl das meiste Aufsehen erregt hat. Regisseur Jan Ole Gerster (*1978) begeisterte mit diesem seinem Debütfilm und gilt schon jetzt als neue deutsche Regiehoffnung. 3 Zimmer/ Küche/Bad von Dietrich Brüggemann (*1976) portraitiert augenzwinkernd die häufigen, kurz- fristigen Umbrüche und das unstete Leben der heutigen Endzwanzigergeneration. Über uns das All von Jan Schomburg (*1976) schlägt einen etwas anderen Weg ein: Dessen Geschichte bewegt sich transzendent zwischen Realität und Vorstellungskraft einer jungen Frau, die durch den plötzlichen Tod ihres Verlobten aus der Bahn geworfen wird und mit diesem Einschnitt auf ganz eigene Weise umgeht. Was bleibt von Hans-Christian Schmid zeigen wir als Crossover mit der Best-of-Berlinale-Reihe (s. S. 35). In diesem Kammerspiel hat eine kleine Veränderung große Auswirkung auf das Innenleben einer scheinbar intakten Familie.

In diesem Sinne: Wagt mit uns den Aufbruch, vielleicht sehen wir mit diesen Filmen ja wirklich eine neue Filmemachergeneration!

Text: Alexander Sancho-Rauschel, Johannes Litschel

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