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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Mani Ratnam

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  05.06.2013  20:00 Uhr  Tam. OmeU  Iruvar
 Mittwoch  12.06.2013  20:00 Uhr  Tam. OmeU  Kannathil Muthammittal
 Mittwoch  19.06.2013  20:00 Uhr  Tam. OmeU  Uyire
 Mittwoch  26.06.2013  20:00 Uhr  Tam. OmeU  Raavanan
Die tamilische Sprache wird vor allem im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu und im Norden Sri Lankas gesprochen. Sie ist außerdem eine der offiziellen Sprachen südostasiatischer Länder wie Singapur und Mauritius. Mit einer 2300 Jahre zurückreichenden Literaturgeschichte und einer bis ins klassische Zeitalter zurückverfolgbaren lingustischen Kontinuität, ist tamilisch eine der ältesten gesprochenen klassischen Sprachen der Welt. Die tamilische Literatur ist unter den Literaturen des indischen Subkontinents insofern einzigartig, dass fast alle in der Sangam-Zeit zwischen 200 v. Chr. und 300 n. Chr. entstandenen Texte säkularer Natur sind. In der tamilischen Geschichte hat sich sowohl die Sprache als auch die Kultur stets durch die Literatur weiterentwickelt.

Während der Sangam-Zeit geschah dies beispielsweise in erster Linie durch Gedichte und epische Literatur. Während des Mittelalters verlor die Literatur ihre Stellung als Leitmedium an die produktiven Künste der Bildhauerei und Architektur, sowie an Musik und Tanz. Doch diese Verhältnisse verschoben sich später während der britischen Kolonialherrschaft wieder zurück zu Literatur und Poesie. Aufs 20. und 21. Jahrhundert bezogen kann man getrost sagen, dass das Kino zum Leitmedium der tamilischen Kultur geworden ist. Die tamilischen Künstler, unter ihnen Dichter, Schriftsteller und Kunsthandwerker, haben ihre Hämmer und Meißel gegen Kameras und ihre Federn und Stifte gegen die Magie des 35-Millimeter-Films eingetauscht.

Eine so reiche und weitläufige Kultur einem Publikum, das größtenteils gar nichts von ihrer Existenz weiß, vorzustellen, kann eine herausfordernde Aufgabe sein und ich glaube nicht, dass das Werk eines einzelnen Regisseurs die tamilische Kultur und die Tamilen als Volksgruppe völlig adäquat repräsentieren kann. Dennoch habe ich nie daran gezweifelt, dass Gopal Subraminiam Rannam (kurz: Mani Ratnam) im Mittelpunkt dieser Reihe stehen soll. Mani Ratnam hat bereits einige Zeit lang die Zukunft nicht nur des tamilischen Kinos, sondern auch des gesamten indischen Kinos definiert. Dabei war er in vielfältigen Genres von Romanzen zu Biografien, von Komödien zu Gangsterfilmen unterwegs. Im Grunde schon immer wurden seine Filme von den Freunden des tamilischen Kinos rund um die Welt mit Spannung und Begeisterung erwartet und manche seiner oft kontroversen Themen waren für den Regisseur selbst mit Risiken verbunden. Sie stehen für die Kunst eines Autorenfilmers, der durchweg für das, was er seinem Publikum zeigen will, verantwortlich zeichnet. Sein Einfluss auf das indische Kino kann nicht überbewertet werden. Ein kurzer Blick auf die online abrufbare Liste seiner Preise und Nominierungen sagt vielleicht mehr, als ich das hier tun kann.

Die Auswahl der vier Filme für diese Reihe war mit schwierigen Entscheidungen verbinden und mindestens ein Kompromiss war notwendig, weil Ratnams vielleicht größter Klassiker Nagayan leider unverfügbar war. Die ausgewählten Filme sollen einen kurzen Überblick aus unterschiedlichen
Perspektiven über die moderne tamilische Kultur bieten und ebenso darauf hindeuten, inwiefern sie in das größere Bild der “indischen Identität” passt. Der aka lädt euch zu einer Reise ein, die die meisten von euch durch ein unbekanntes Land führen wird und auf der ihr mit uns die Magie eines Kinos, das keine sprachlichen oder politischen Grenzen kennt, erleben werdet.

Text: Sriram V. Iyer, Übersetzung: Martin Koch

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