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future. bytes. film. – quo vadis, cinema?
Symposium zum 55. Geburtstag des aka-Filmclubs Das Medium Film sowie der Veranstaltungs- und Erlebnisort Kino mussten sich schon vielfach neu erfinden, um lebendig zu bleiben. Nach grundlegenden Umbrüchen durch die Einführung des Tonfilms, oder auch der realitätsnahen Darstellung von Farbe und dreidimensionalen Eindrücken, stellt der derzeitige digitale Wandel das Kino wiederum vor tiefgreifende Veränderungen. Einerseits kann die Produktion von Filmen durch digitale Technik bedeutend einfacher und auch kostengünstiger erfolgen. Doch müssen Kinos andererseits große Summen investieren, um auf der Projektionsseite den kürzlich etablierten Standards zu entsprechen, welche sich im Vergleich zum 35mm-Film jedoch rasch wandeln können. Kleine Kinos, die dem Investitionsdruck nicht nachkommen können, bleiben dabei auf der Strecke, und der 35mm-Film wird in Zukunft wohl nur noch in Museen zu finden sein – und in wenigen Kinematheken.
Um diese Umwälzung zu reflektieren wollen wir auf dem Symposium „future. bytes. film – quo vadis, cinema?“ diskutieren, wie in der Kinogeschichte kreativ mit früheren Herausforderungen umgegangen wurde, und inwieweit dies auf die aktuelle Situation übertragen werden kann. Neben dem Blick in die Frühzeit des Kinos (Kurzfilme aus der Anfangszeit des Kinos, Sherlock Jr., M – Eine Stadt sucht einen Mörder) wollen wir beleuchten, welche sozialen und kulturellen Rollen das Kino heutzutage übernehmen kann (Cinema Jenin), und wie die fließenden Übergänge zwischen Kino- und Lebensrealität derzeit reflektiert werden (Holy Motors).
Im Zuge der Digitalisierung aller Bereiche der Filmproduktion und Projektion ändert sich auch die Ästhetik des Mediums grundlegend, wie Rüdiger Suchsland in seinem Vortrag zeigen wird. Die haptische, sinnliche Ebene des Bildträgers verschwindet, wie viele Regisseure und Kinomacher bedauern, während andere die neuen, flexiblen Möglichkeiten preisen, mit denen sie ihre Idee im digitalen Film umsetzen können (Side by Side). Gerade die dritte Dimension tritt immer stärker in den Vordergrund und stellt Filmemacher und Rezipienten vor neue Herausforderungen. Durch die 2D-Vorführung des 3D-Meilensteins Hugo Cabret wollen wir hinterfragen, ob dies dem Kino tatsächlich neue künstlerische Dimensionen zu erschließen vermag. Darüber hinaus werden wir neue Produktions- und Distributionsmodelle vorstellen (Iron Sky). Auf einer abschließenden Podiumsdiskussion kommen Film- und Kinomacher, Filmverleiher und filmpolitisch tätige Cineasten zusammen, um Bedingungen zu diskutieren, wie das Kino lebendig gehalten werden kann.
Mit freundlicher Untestützung durch die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und Alumni Freiburg e.V.
Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Natalie Kurz, Martin Koch | |