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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Berlin – ZeitenWende

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  24.11.2011  20:00 Uhr    Berlin - Die Sinfonie einer Großstadt
 Dienstag  29.11.2011  20:00 Uhr  En/D OmU  Cabaret
 Dienstag  06.12.2011  20:00 Uhr  En. OmeU  Eins, Zwei, Drei
 Dienstag  13.12.2011  20:00 Uhr  DF  Berlin Calling
 Dienstag  20.12.2011  20:00 Uhr  Dt. OV  Rammbock: Berlin Undead
Stadt der Gegensätze, Stadt der Kreativen, Stadt der Yuppies, Stadt der Armen oder Stadt der Erinnerung. Es gibt wahrscheinlich kein Attribut, mit dem man Berlin umfassend und eindeutig beschreiben könnte. Denn egal wie man zu Berlin steht, ob man in "der Szene" abtaucht oder ob man als Yuppie die Mietpreise für Altbauwohnungen feiert, dürfte eines unbestritten sein: Berlin ist vielfältig und Berlin hat viel zu erzählen. Preußische Hauptstadt, Hauptstadt des dritten Reichs, eine Stadt, eingespannt zwischen zwei Weltmächten, in der niemand die Absicht hatte, eine Mauer zu bauen, und es dann doch tat. Und heute „Kultur- und Szenehauptstadt Europas“, in der es eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt. Eine solche Konstellation bot und bietet eine Unmenge an Stoff, mit dem sich die Kulturschaffenden auseinandersetzen konnten und es immer noch tun.

60 Jahre Mauerbau – diesen Zeitpunkt wollen wir zum Anlass nehmen und uns mit Berlin im Film etwas genauer beschäftigen. ZeitenWende ist eine Art Retrospektive mit einer Auswahl an Filmen, in denen Berlin eine Rolle spielt. Und dabei ist es nicht wichtig, dass die Stadt an sich im Vordergrund steht, sondern dass der Film eine Geschichte erzählt, die zu Berlin passt und für den die Hauptstadt die passende und notwendige Kulisse darstellt. Weil die Auswahl zu diesem Thema riesig ist, haben wir den Schwerpunkt der Reihe auf Filme gelegt, die eine Schnittstelle zwischen zwei Epochen darstellen. Die Machtergreifung der Nazis, der Mauerbau, die Stadt auf dem Weg zur Szenehauptstadt und natürlich die Stadt an der Schwelle zur Endzeit. Um eines vorwegzunehmen: Auf DDR-Komödien wie Good Bye Lenin haben wir bewusst verzichtet. Diese Filme sind zwar charmant, allerdings –seien wir ehrlich- haben wir sie alle schon zigmal gesehen.

Schon Anfang des letzten Jahrhunderts (1927) inspirierte die Metropole und ihr Treiben den großen Stummfilmregisseur Walter Ruttmann, der daraufhin mit Berlin - Die Sinfonie der Großstadt einen Film komponierte, der den Alltag in der Stadt und die Menschen, die dort leben, dokumentiert. Der Film gilt aufgrund seines für damalige Verhältnisse unkonventionellen Schnittes und der Musik (bei uns live vertont vom Stummfilmmusiker Günter A. Buchwald) als Klassiker. Wesentlich später (1972) verfilmte Bob Fosse den Vorabend der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten mit Cabaret, einem locker-leichten Musicalfilm, dessen Ende aber im Gedächtnis bleibt. Nach den Kriegswirren fand sich Berlin schnell als geteilte Stadt wieder. In Billy Wilders „Komödie furioso“ Eins, Zwei, Drei geht es um den Mauerbau, um die Fehde zwischen Kommunisten und Vorzeigekapitalisten und zwar rasant und komisch zugleich. Da zur DDR-Zeit die Filmproduktion fast ausschließlich über die DEFA als Volkseigener Betrieb liefen, wurden die Verhältnisse in der DDR vor allem seit den späten 90ern verstärkt verarbeitet. Neben den angesprochenen Ostalgie-Komödien sorgte in jüngster Vergangenheit vor allem Das Leben der Anderen (2006) als ernster Vertreter für Aufsehen. Heute gilt Berlin neben der politischen Hauptstadt als Schmelztiegel, Partyhochburg und Tummelplatz für allerlei Szenen und kulturelle Strömungen. Einen kleinen Ausschnitt des Club-Lebens zeigt der Film Berlin Calling mit Paul Kalbrenner. Den Schlusspunkt bildet mit Rammbock ein zünftiger Zombiefilm, der uns mit hoher athmosphärischer Dichte ein dem Untergang geweihtes Berlin zeigt und dabei wichtige Fragen über unsere Gesellschaft aufwirft. Und übrigens: Der Film, der wahrscheinlich am witzigsten den berühmt-berüchtigten Berliner Dialekt portraitiert, läuft dieses Semester auch im aka: Sommer vorm Balkon.

Text: Johannes Litschel

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