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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Wes Anderson

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  17.05.2011  20:00 Uhr  En. OmU  Rushmore
 Dienstag  24.05.2011  20:00 Uhr  En. OmeU  The Royal Tenenbaums
 Dienstag  31.05.2011  20:00 Uhr  DF  The Darjeeling Limited
 Dienstag  07.06.2011  20:00 Uhr  DF  Der fantastische Mr. Fox

Stilvoll skurril

Bis ins kleinste Detail komponierte Aufnahmen, akzentuierte Reißschwenks, bedeutungsvolle Zeitlupensequenzen, nostalgische Popmusik – nur wenige Einstellungen genügen, um einen Film von Wes Anderson zu erkennen.

Wesley Wales Anderson, geboren 1969 in Houston, Texas, ist einer der wenigen US-amerikanischen Komödien-Regisseure mit einer ausgeprägten Autorenhandschrift. Seine bisher sechs Spielfilme sind durch einen unverwechselbaren Stil gekennzeichnet.

Zuallererst fallen die immer wiederkehrenden Stammschauspieler auf. Neben Darstellern wie Bill Murray, Jason Schwartzman und Anjelica Huston wirkt in allen Filmen Owen Wilson nicht nur als Schauspieler, sondern auch immer wieder als Co-Autor mit. Anderson lernte Wilson während seines Philosophiestudiums in einem Drehbuchseminar kennen. Gemeinsam realisierten sie 1994 ihren ersten Kurzfilm Bottle Rocket (Durchgeknallt), eine Gangsterkomödie, die zwei Jahre später mit Owen Wilsons Bruder Luke Wilson in der Hauptrolle auf Spielfilmlänge ausgedehnt wurde. Ein weiteres Merkmal der Filmwelt Andersons sind die einmalig schrägen Figuren, die stets mit großer Überzeugung ihre individuellen Ziele verfolgen und dabei mit den Widrigkeiten des menschlichen und familiären Zusammenlebens zu kämpfen haben.

Die spezielle Komik in Andersons Filmen entsteht aus den leicht überzeichneten, neurotischen Charakteren selbst, die ideenreich und mit viel Liebe zum Detail ernsthaft porträtiert werden. Die kunstvoll arrangierten Settings, die wie gerahmt wirkenden Einstellungen, sowie die geschmeidigen Kamerafahrten unterstreichen die Eigenwilligkeit der Figuren, die ihrer Umgebung eine ganz spezielle Färbung verleihen.

Anderson wird teilweise vorgeworfen, Handlung und Charaktere träten hinter dem überbordenden Detail- und Referenzreichtum der Bilder zurück. Zusammen mit dem stets beschwingten Soundtrack aus treffend ausgewählten Pop- und Rocksongs der 1960er und -70er Jahre und den schlichtweg schrullig-liebenswerten Figuren, macht die detailverliebte Inszenierung jedoch alle Filme zu einem Kinoerlebnis der besonderen Art. Auch Martin Scorsese, einer der größten Bewunderer von Wes Anderson, rühmte dessen uneingeschränkte Liebe zu seinen Charakteren. Tatsächlich widmet sich wohl kaum ein Regisseur der Welt seinen oft etwas wunderlichen Figuren mit so viel Hingabe, indem er einen nachsichtigen, augenzwinkernden Blick auf deren Leben und Obsessionen wirft, ohne sie dabei dem Spott preiszugeben.

Damit ihr euch ein eigenes Bild dieses phantastischen Kosmos machen könnt, zeigen wir in diesem Semester vier Filme von Wes Anderson. Den Auftakt bildet Rushmore, eine sympathische Coming-of-Age Story über den Mittelstufenschüler Max Fischer, der sich in eine verwitwete Vorschullehrerein verliebt, ebenso wie sein älterer Freund, ein deprimierter Geschäftsmann, was sie zu erbitterten Konkurrenten werden lässt.

Weiter geht’s mit Anderson-typischen Porträts verschrobener Familien. Die Royal Tenenbaums sind eine zerbrochene Familie verkappter Genies, die angesichts der scheinbar schweren Erkrankung des Vaters wieder versuchen, zueinander zu finden; in Darjeeling Limited begeben sich drei ungleiche Brüder nach dem Tod ihres Vaters auf eine Art Selbstfindungstrip nach Indien. Der fantastische Mr. Fox schließlich ist eine Adaption der gleichnamigen Geschichte von Roald Dahl, gefilmt im aufwendigen Stopmotion-Verfahren, in der der Fuchs Mr. Fox sich gegen böse Bauern zur Wehr setzen und gleichzeitig mit familiären Unstimmigkeiten klar kommen muss.

Text: Eva Notz, Hinnerk Feldwisch-Drentrup

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