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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Österreich

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  04.05.2004  19:30 Uhr  teilw. OmU  Hundstage
 Mittwoch  05.05.2004  19:30 Uhr  DF  Die Klavierspielerin
 Dienstag  11.05.2004  20:00 Uhr  DF  Charms (Zwischenfälle)
 Dienstag  18.05.2004  20:00 Uhr  teilw. OmU  Indien
Österreichische Filme in deutschen Kinos? Fehlanzeige. Diese Reihe, die vier neuere Filme aus Österreich präsentiert, will eine Lanze brechen für die Kinokultur in unserem Nachbarland.
Eigentlich ist es ein wenig unverständlich, dass es Österreichs Filme so selten bis zu uns schaffen – das Land hat seit langer Zeit eine lebendige Filmlandschaft
. Und die Österreicher haben es besonders in einem Genre zu großer Meisterschaft gebracht: in der von schwarzem Humor getränkten bittersüßen Tragikomödie. Alle Filme dieser Reihe fallen mehr oder weniger in diese Kategorie: Indien erzählt die Geschichte zweier Gastronomietester auf dem Weg durch die Österreichische Provinz; Hundstage schildert Irrungen und Wirrungen des Lebens in einer Reihenhaussiedlung außerhalb Wiens; und Charms (Zwischenfälle) ist ein skurrilles Mischmasch aus Leben und Werk des russischen Dadaisten Daniil Charms. Es gibt eine ganze Reihe weiterer kleinerer Filme, die hierhin gepasst hätten: Komm, süßer Tod etwa, dann Die Siebtelbauern, oder Kubanisch rauchen, sehenswert auch Hinterholz 8, Helden in Tirol, Untersuchung an Mädeln oder der neuere Nordrand.
Schlie?lich gibt es aber immerhin einen Österreicher, dem der Sprung aufs internationale Parkett gelungen ist: Nein, nicht der Gouvernator ist gemeint, sondern Michael Haneke. Er wurde bekannt durch den Splatter-Film Funny Games, und auch spätere Filme wie Bennys Video scheuen vor Ultrabrutalem nicht zurück. Mit La pianiste (mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle, siehe auch die Huppert-Reihe auf Seite 22, in der wir mit Wolfszeit einen weiteren Film von Michael Haneke zeigen) drehte er eine „Parodie eines Melodrams“ (O-Ton Haneke), die nicht weniger grausam, jedoch viel subtiler ist als seine früheren Filme – und es ist ebenfalls eine Tragikomödie. Und ebenso wie ca. 90 Prozent der österreichischen Filme spielt er in Wien.
Vielleicht liegt es ja auch an der Sprache, dass diese Filme bei uns so wenig Beachtung finden. Aber seid versichert: Bei uns laufen alle Filme – und das ist kein Witz! – im Original mit Untertiteln. Thomas Bernhard ist tot, es lebe der Österreichische Film!
P.S. Eine sehr ausführliche Übersicht ¸über die Filmlandschaft in Österreich früher und heute findet man unter http://www.filmarchiv.at

Text: Philipp Döring

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