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Das Schloss Regie: Michael Haneke Buch: Michael Haneke, nach dem Roman „Das Schloss“ von F. Kafka Kamera: Jirí Stibr Darsteller: Ulrich Mühe, Susanne Lothar, Frank Giering, Monika Bleibtreu Produktion: Deutschland/Österreich, 1997 Länge: 127 min. Fassung: DVD
„Es war spätabends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte in die scheinbare Leere empor.“ Doch K.’s (UM) Versuche, im Dorf Fuß zu fassen und sein Anliegen bei Beamten des Schlosses vorzutragen, scheitern – wie sein plötzliches Verhältnis zum Schankmädchen Frieda (SL), lösen sich auch all seine Hoffnungen auf, den bürokratischen Apparat zu durchschauen und Zugang zum Schloss zu erhalten.
Auf einmalige Weise gelingt es Michael Haneke (Funny Games, Caché, Das weiße Band) mit seiner ungewöhnlichen Fernsehproduktion die Stimmung von Kafkas Romanfragment filmisch umzusetzen. Sehr nahe am Text und auf zeitlose Weise spielt der Film in einer kargen, unwirtlichen Winterlandschaft, in der insbesondere Ulrich Mühe, Susanne Lothar und der kürzlich jung verstorbene Frank Giering die Trost- und Ausweglosigkeit des Romans unerbittlich treffsicher umsetzen. Ein Film, der zeigt, dass Kafkas Diktum „Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“ auch ins Kino übertragen werden kann.
Vorfilm: Copy Shop
R/B: Virgil Widrich K: Martin Putz M: Alexander Zlamal D: Johannes Silberschneider, Elisabeth Ebner-Haid P: Ö 2001 V: DVD L: 12 min.
Die Geschichte eines Mannes, der in einem Copy Shop arbeitet und sich so lange selbst vervielfältigt, bis die ganze Welt nur noch aus ihm besteht.
Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup Spieltermin:
| Dienstag, 25.01.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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