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Abschied von gestern Regie: Alexander Kluge Buch: Alexander Kluge, nach der Vorlage von: Alexander Kluge Kamera: Thomas Mauch, Edgar Reitz Darsteller: Alexandra Kluge, Hans Korte, Edith Kuntze-Peloggio, Günter Mack, Werner Kreindl Produktion: BRD, 66 Länge: 88 min. Fassung: 35 mm, s/w
Es ist 1957, der Höhepunkt der Adenauer-Ära. Anita G. (AK) ist gerade 20 Jahre alt und versucht im Westen des geteilten Deutschlands wieder Fuß zu fassen. Sie wurde 1937 in Leipzig als Kind jüdischer Eltern geboren, dort vom Schulbesuch ausgeschlossen, überlebte jedoch das „Dritte Reich“. Sie bekommt eine Stelle als Krankenschwester, wo sie stiehlt und erwischt wird, sie jedoch mit einer Bewährungsstrafe davon kommt. Daraufhin zieht sie in eine andere Stadt. Dort wird Anita Vertreterin einer Plattenfirma, fälscht Auftragsformulare und lebt über ihren Verhältnissen. Darüber hinaus wird sie die Geliebte ihres Chefs (WK). Dieser läßt sie jedoch seiner Ehefrau zuliebe fallen, zeigt sie an. Dieses mal unschuldig des Diebstahls bezichtigt, verliert Anita auch die folgende Arbeit. Schließlich wird sie die Geliebte eines Ministerialrats (GM). Als sie jedoch von ihm schwanger wird, wendet auch er sich von ihr ab. Schließlich resigniert sie und stellt sich der Polizei. Die Vorlage zum Film stammt aus der Feder von Regisseur Alexander Kluge. Es handelt sich hierbei um die Erzählung „Anita G.“ aus dem Band „Lebensläufe“. Kluge, selbst Mitglied der Gruppe 47, sagte über Anita Grün: Sie „ist ein Mädchen, das nie richtig erzogen worden ist, weder im Dritten Reich, noch in der DDR“. Ihr ganzes Leben mutet an, wie die Suche nach Identität und Geborgenheit. Anita wird gespielt von Kluges Schwester Alexandra Kluge, die für ihre Interpretation den Preis als Beste Darstellerin in Venedig gewann. Kluge verwebt Text, Ton und Bild miteinander, so daß der Zuschauer dazu bewogen wird, neu Hinschauen zu lernen. Wie in vielen anderen Filmen des NdF werden Gedanken und Gefühle als voice-over eingespielt, hier mit der Stimme Alexander Kluges. Auch dieser Film erhielt das Prädikat „besonders wertvoll“. Edgar Reitz, der mit seiner epischen Filmerzählung Heimat (1982) einen Schlusspunkt des NdF bildet, übernahm die Kameraführung.
Text: Jennifer Borrmann Spieltermin:
| Dienstag, 11.12.2007 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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