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The End of Violence Originaltitel: Am Ende der Gewalt Regie: Wim Wenders Buch: Wim Wenders, Nicholas Klein Kamera: Pascal Rabaud Musik: Ry Cooder Darsteller: Bill Pullman, Andie MacDowell, Gabriel Byrne, Loren Dean, Traci Lind, Daniel Benzali, Udo Kier, Samuel Fuller Produktion: USA/D/F, 1997 Länge: 122 min. Fassung: 35 mm, Scope, OmU, Ste
"Definiere Gewalt!" sind die ersten Worte in diesem Film, gesprochen von der Stuntfrau Cat (TL), bevor sie sich bei einer besonders gefährlichen Actionszene verletzt. Diese Frage wird sie später noch vielen Leuten stellen, u.a. dem Polizisten Doc (LD), der nach dem entführten Filmproduzenten Mike Max (BP) fahndet und sich dabei in sie verliebt. Doch dies ist eigentlich nur ein netter Nebenschauplatz der Handlung, von denen es in diesem Film einige gibt. Daß sich die Geschichte aber nicht, wie in so vielen anderen vielschichtigen Erzählungen, in Chaos auflöst, sondern jederzeit nachvollziehbar bleibt, ist wirklich beeindruckend. Der Bezug zu den beiden Hauptfiguren, die, wie man später erfährt, ebenfalls miteinander verknüpft sind, bleibt ständig bestehen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht oben erwähnter Produzent Mike Max, der sich auf gewaltträchtige Actionfilme spezialisiert hat und damit kommerziell recht erfolgreich ist. Er wird durch seine Entführung nun persönlich mit Gewalt konfrontiert, was sein Leben und seine Denkweise nachhaltig verändert, so daß er, nachdem er entkommt, nicht zu seinem bisherigen Leben zurückkehrt, sondern bei seinen mexikanischen Gärtnern untertaucht. Das erweist sich als vernünftig, da er nach wie vor auf der Abschußliste des FBI steht. Ein flüchtiger Bekannter hatte ihm nämlich geheime Daten zugemailt. Diese zweite Hauptfigur ist der Computerspezialist Ray Bering (GB), von Robert Fischer aus epd-Film so treffend charakterisiert: "Bering ist der ultimative Voyeur, die Fortführung der James-Stewart-Figur in Hitchcocks Fenster zum Hof bis zur letzten, mit den heute vorhandenen technischen Möglichkeiten durchaus denkbaren Konsequenz..." Denn er betreut ein FBI-Projekt zur totalen satellitengestützten Videoüberwachung der Bevölkerung. In einem Observatorium über Los Angeles beobachtet er die Welt auf seinen Bildschirmen. Bevor Bering von der kleinen Tochter seiner südamerikanischen Putzfrau aus der Isolation gerissen wird, sind seine einzigen Kontakte zur Außenwelt die regelmäßigen Besuche bei seinem alten Vater (Sam Fuller in seiner letzten Rolle!)...
Wenders ist es hier gelungen einen Film zum Thema Gewalt zu drehen, ohne selbst der Versuchung zu erliegen, actionreiche Gewaltszenen zu zeigen. Obwohl der vielgeschmähte Wender’sche moralische Zeigefinger dabei auch nicht ganz fehlt, ist der Film ironisch und spannend erzählt und natürlich wunderschön bebildert und vertont (Ry Cooders Gitarrenteppich hat sich ja schon in Paris, Texas bewährt). Text: Anja Drescher Spieltermin:
| Mittwoch, 15.07.1998 19:45 Uhr, Hörsaal 2006 |
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