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I'm Not a F***ing PrincessOriginaltitel: My little princessMit Einführung in die Mythenrezeption von Prof. Dr. Sotera Fornaro
Regie: Eva Ionesco Buch: Eva Ionesco, Marc Cholodenko, Philippe Le Guay Kamera: Jeanne Lapoirie Musik: Olivier Mauvezin Darsteller: Isabelle Huppert, Anamaria Vartolomei, Georgetta Leahu Produktion: F/RO, 2010 Länge: 135 min. Fassung: 35 mm, OmU
"Deine Mutter ist eine Pionierin und du bist ihr Kunstwerk“ sagt der Freund über Violettas (AV) exzentrische Mutter Hanna (IH). Das minderjährige Mädchen muss in erotischen Posen, mal als Marlene Dietrich, mal als Lolita für ihre ehrgeizige Künstlermutter vor der Kamera stehen. Wie eine antike Nymphe aus der bukolischen Dichtung ist auch sie Produkt der Fantasie – mit dem Unterschied, dass Violetta ein kleines Mädchen aus Fleisch und Blut ist, das viel zu früh ihrer Kindheit beraubt wurde. Ähnlich wie die Helden und Heldinnen der antiken Mythologie wird sie zum Spielball höherer Mächte: Sie wird nicht nur den voyeuristischen Blicken der eigenen Mutter ausgesetzt, sondern zieht zunehmend auch die Aufmerksamkeit der begierigen Pariser Kunstszene auf sich. Die Mutter-Kind-Beziehung verkommt in diesem Film zu einer Geschäftsbeziehung, in der die Mutter ihr Kind nach ihren künstlerischen Vorstellungen modelliert. Das einzige Regulativ bildet in dieser komplexen Konstellation Violettas Urgroßmutter (GL). Bei ihr findet das Mädchen jene mütterliche Fürsorge, die ihr von Seiten der Mutter verwehrt bleibt. Was anfänglich für Violetta wie ein kindliches Verkleidungsspiel erscheint, entpuppt sich zusehends als rücksichtslose Ausbeutung im Dienste der Kunst. Auf schonunglose Weise verarbeitet die Regisseurin in diesem Film die Erfahrungen ihrer eigenen Kindheit und entlarvt dabei zugleich die Hybris des Kunstbetriebs.
Text: Fanny Neumann, Anna Riman Spieltermin:
| Mittwoch, 23.01.2013 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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