Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)
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Regie: Ulrich Seidl Buch: Ulrich Seidl, Veronika Franz, Kamera: Edward Lachman, Wolfgang Thaler Darsteller: Ekaterina Rak, Paul Hofmann, Georg Friedrich, Natalia Baranova, Michael Thomas, Susanne Lothar, Maria Hofstätter Produktion: A/D/F, 2007 Länge: 141 min. Fassung: 35 mm, Dt. OV
Ein Film zwischen zwei Welten, zwischen Ost und West, der Ukraine und Österreich: Eine junge Krankenschwester (ER) hofft auf ein besseres Leben im Westen, muss dafür aber ihre kleine Tochter in der Ukraine zurücklassen. Erst wird sie Haushaltshilfe bei einer reichen, hochnäsigen Familie, dann Putzhilfe in der Geriatrie eines Krankenhauses. Der junge Österreicher Paul dagegen hat kein Glück bei seinen Jobs und als sein Schuldenberg immer gewaltiger wird, willigt er schließlich ein, seinen ungeliebten Stiefvater in die Ukraine zu begleiten, wo dieser hofft, mit ausgedienten Spielautomaten das große Geld zu verdienen.
Die Schilderung finanzieller Notlagen auf beiden Seiten der Grenze, die Abhängigkeit von Geld und die von ihm hervorgehende Macht über andere Menschen, die Käuflichkeit von Sex und Einfluss und der Druck, der in sozialen wie ökonomischen Krisen zu allen möglichen Arten von körperlicher und geistiger Prostitution führen kann, ist das zentrale Thema des Films, dem Seidl mit einer raffiniert verschränkten Geschichte sich überkreuzender Lebensläufe in Ost und West nachgeht. Gerade aus seiner Konsequenz und Härte entwickele er „eine Wucht, die sich anders wohl nie erreichen ließe“, schrieb Tobias Kniebe seinerzeit in der Süddeutschen Zeitung über den ungewöhnlichen, berührenden und kunstvoll inszenierten Film.