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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Das Gespenst der Freiheit

Originaltitel: Le fantôme de la liberté

Regie: Luis Buñuel Buch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière Kamera: Edmond Richard Darsteller: Jean-Claude Brialy, Adolfo Celi und Michel Piccoli Produktion: F/I, 1974 Länge: 103 min. Fassung: 35 mm, Fr. OmU

Ein Ehepaar besucht eine bekannte Familie zum Abendessen. Sie gehen ins Esszimmer. So weit, so normal - doch statt Stühlen stehen Kloschüsseln um den Tisch herum. Außerdem ist kein Essen auf dem Tisch. Sie unterhalten sich über alltägliche Dinge, zunächst über die Oper, dass es in den Straßen von Spanien nach Essen stinkt, über die drohende Überbevölkerung und den zunehmenden Abfall, den sie produzieren. Als ein kleines Mädchen ihrer Mutter sagt, sie sei hungrig, wird sie zurechtgewiesen, dass man so etwas bei Tisch nicht sage. Ein Mann steht auf und fragt die Haushälterin beschämt, wo denn das Esszimmer sei. Dann zieht er sich zurück, um zu essen.

Das Gespenst der Freiheit ist eine satirische Auseinandersetzung mit der prüden französischen Gesellschaft der 70er Jahre. In kleinen Episoden wird jeweils ein Aspekt dieser Gesellschaft herausgegriffen und durch kleine Veränderungen, im oberen Fall die Vertauschung von Nahrungsaufnahme und Stuhlgang, ad absurdum geführt. Dies ist die übergeordnete Handlung; so etwas wie einen durchgängigen Plot gibt es nicht. Die Abschnitte werden miteinander so verbunden, dass eine Nebenfigur der einen Episode zur Hauptfigur der nächsten wird. Außerdem verzichtet Buñuel auf einen Soundtrack, was diesen Film noch merkwürdiger erscheinen lässt. Ein surreales Meisterwerk, in dem Buñuel eines seiner Lieblingsthemen - die Provokation und Verspottung des Bürgertums samt seiner Konventionen - verarbeitet, ohne dabei auf den ihm eigenen subtilen, teilweise absurden Humor zu verzichten.

Vorfilm: Home Stories

R/B: Matthias Müller, Dirk Schäfer M: Dirk Schaefer P: D1990 V: 35 mm, ohne Dialog L: 6 Min.

Eine Heimsuchung durch wiederkehrende Figuren des Hollywood-Melodrams. Eine Choreographie der Blicke und Gesten. “Oh Lana Turner, we love you get up.“

Text: Maarten Wissink

Spieltermin:
Mittwoch, 28.11.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
What’s wrong with this movie?
 Mittwoch  28.11.2012  20:00 Uhr  Fr. OmU  Das Gespenst der Freiheit
 Mittwoch  05.12.2012  20:00 Uhr  Jap. OmU  Hausu
 Mittwoch  12.12.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Brazil
 Mittwoch  19.12.2012  20:00 Uhr  En./Jap. O  Enter the Void
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