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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Schmetterling und Taucherglocke

Originaltitel: Le scaphandre et le papillon

Regie: Julian Schnabel Buch: Ronald Harwood Kamera: Janusz Kaminski Musik: Paul Cantelon Darsteller: Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Josée Croze, Anne Consigny Produktion: F/USA, 2007 Länge: 112 min. Fassung: 35 mm, DF

Lebendig begraben: Erst langsam merkt Jean-Dominique Bauby (MA), was passiert ist. Der Chefredakteur der französischen Elle ist durch einen Schlaganfall im Hirnstamm praktisch vollständig gelähmt, als er im Krankenhaus aufwacht und nur blinzeln und auf einem Auge sehen, sich aber nicht regen kann. Nur langsam begreift er – und mit ihm der Zuschauer – in welcher Lage er steckt, und was diese bedeutet. Denn sein bisheriges Hochglanz-Leben ist vorbei, nun ist er völlig auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Selbst das Elementarste, die Kommunikation mit anderen Menschen, muss er erst langsam durch die Hilfe der Logopädin Henriette (MJC) lernen: Während sie die Buchstaben des Alphabets durchgeht, geordnet nach ihrer Häufigkeit, blinzelt er beim richtigen Buchstaben. Diese mühevolle Prozedur bestimmt den Rhythmus des Filmes. „Ich möchte sterben“ sind die ersten Worte, die Bauby diktiert. Begraben lebendig: Doch gerade durch diesen liebevollen Kontakt und durch das Kontra, das Henriette ihm gibt, beschließt Bauby, sich nicht mehr zu bemitleiden. Dies eröffnet ihm die Möglichkeit, dank seiner weiterhin lebendigen Phantasie und seines funktionierenden Gedächtnisses aus seiner schweren „Taucherglocke“ auszubrechen, und – gleich einem Schmetterling – auf die Reise in die Welt der Phantasie zu gehen. Auch durch den Kontakt zu seiner vormaligen Geliebten und zu seiner Frau und seinen Kindern entdeckt er wieder die wunderbaren Seiten des Lebens, welche er verloren glaubte.

Regisseur Julian Schnabel inszeniert die authentische Buchvorlage, welche von Bauby durch Lidschläge diktiert wurde und nur zehn Tage vor seinem Tod erschien, auf außergewöhnliche Weise. Aus der subjektiven Sicht von Bauby und in einer äußerst eindringlichen, suggestiven Weise nimmt man auch als Zuschauer seine Perspektive ein, die vom Spielberg-Kameramann Janusz Kaminski grandios eingefangen wurde. Nicht nur er, sondern auch Drehbuchautor Ronald Harwood hätten weitere Oscars für diesen Film verdient, der die Liebe zum Leben feiert.

Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup

Spieltermin:
Dienstag, 27.11.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Filme im Hirn – Hirne im Film
Neurotechnologie zwischen Therapie und Utopie
 Dienstag  27.11.2012  20:00 Uhr  DF  Schmetterling und Taucherglocke
 Dienstag  04.12.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Vergiss mein nicht!
 Dienstag  11.12.2012  20:00 Uhr  En. OV  Playing Against Time: A Film about Parkinson's Disease and Music
 Dienstag  18.12.2012  20:00 Uhr  DF  Der Manchurian Kandidat
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