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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Und dann der Regen

Originaltitel: También la lluvia

Kooperation mit der ATTAC-Campusgruppe

Regie: Icíar Bollaín Buch: Paul Laverty Kamera: Alex Catalán Musik: Alberto Iglesias Darsteller: Gael García Bernal, Luis Tosar, Juan Carlos Aduviri Produktion: F/MEX/E, 2010 Länge: 102 min. Fassung: 35 mm, Span. OmU

Die Entdeckung Amerikas neu verfilmen, so lautet das engagierte Projekt eines spanischen Filmteams. Dabei sollen aber nicht Kolumbus’ Heldentaten im Mittelpunkt stehen – im Gegenteil: der junge idealistische Regisseur Sebastián (GGB) und sein Produzent Costa (LT) wollen erzählen, wie es wirklich war. Ihr Film soll die gewaltsame Eroberung eines Kontinents zeigen, die Ermordung und Versklavung der indigenen Bevölkerung und ihren Widerstand gegen die unerbittliche Gier der Eroberer. Da das Budget knapp ist, wird die bolivianische Stadt Cochabamba als Drehort gewählt: vor allem die Gagen der indigenen Statisten, die für die zahlreichen Massenszenen benötigt werden, sind hier besonders erschwinglich. Die Dreharbeiten laufen auch tatsächlich wie am Schnürchen – bis in Cochabamba soziale Unruhen ausbrechen. Im Zuge von Privatisierungen wurde die Wasserversorgung der Region an einen internationalen Konzern verkauft. Nachdem sich die Wasserpreise verdreifacht haben, wird nun selbst das Auffangen von Regenwasser untersagt. Die Proteste der lokalen Bevölkerung eskalieren. Die spanische Filmcrew um Sebastián und Costa kann dem Wasserkrieg nicht ausweichen: ausgerechnet ihr Hauptdarsteller Daniel (JCA) ist einer der Anführer der Aufstände. Und Sebastián muss einsehen: „Es gibt Dinge, die wichtiger sind als dein Film!“

Und dann der Regen besticht durch die außergewöhnliche Schönheit seiner Bilder und die gelungene Verwebung verschiedener Erzählebenen durch das originelle Stilmittel eines Films im Film. Der Brückenschlag von der brutalen Unterjochung der indigenen Bevölkerung zu Zeiten Kolumbus im Historienfilm, hin zum Aufbegehren der bolivianischen Gesellschaft gegen Unterdrückung und Ausbeutung im Guerra del Agua im Jahr 2000 gelingt eindringlich. Sebastián und Costa kamen, um die Geschichte der Kolonisierung zu erzählen, und müssen erfahren, dass sich 500 Jahre später nicht viel geändert hat – eine Einsicht, die nachdenklich stimmt. Da verzeiht man dem Film gerne seine kleinen pathetischen Momente.

Vorfilm: Wake Up, Freak Out - then Get a Grip

R/B: Leo Murray Animation: Leo Murray, Thomas Bristow, Paul Davis, Kevin Francis, u.a. P: GB 2008 V: DVD, DF L: 12 Min.

Leo Murrays animierter Kurzfilm handelt von einer der größten Aufgaben in der Geschichte der Menschheit: Die Vermeidung einer unaufhaltsamen Erderwärmung. (Mehr dazu unter: www.cinerebelde.org)

Text: Kathrin Faltermeier

Spieltermin:
Freitag, 25.01.2013 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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