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Hugo CabretMit Einführung
Regie: Martin Scorsese Buch: John Logan, nach der Buchvorlage von Brian Selznick Kamera: Robert Richardson Musik: Howard Shore Darsteller: Asa Butterfield, Ben Kingsley, Chloë Grace Moretz, Sacha Baron Cohen, Christopher Lee Produktion: USA, 2011 Länge: 128 min. Fassung: 35 mm, DF
Hugo (AB) hält die Uhren des Pariser Bahnhofs Montparnasse instand, läuft dabei aber permanent Gefahr, von dem strengen Inspektor Gustave (SBC) geschnappt und ins Waisenhaus verfrachtet zu werden. Immer auf der Suche nach Ersatzteilen bedient er sich manchmal im Spielzeugladen eines alten Mannes (BK) und wird eines Tages von diesem ertappt. Er behält Hugos Notizbuch, was für den Jungen einen ganz speziellen Wert hat. Hugo versucht alles, um es zurückzubekommen, und freundet sich dabei auch mit Isabelle (CGM) an, der Patentochter von „Papa Georges“. Auch für den alten Georges hat das Notizbuch eine besondere Bedeutung, die weit in die Vergangenheit zurückreicht und Hugo immer mehr in ihren Bann zieht.
Wird 3D momentan eher in Actionfilmen und Blockbustern als Mittel zur technischen Protzerei oder als schlechter Marketinggag vorgeführt, so gibt es doch Ausnahmen: In Die Höhle der vergessenen Träume von Werner Herzog oder Pina von Wim Wenders geht es nicht allein um die optische Erweiterung der Bildebene oder die Verstärkung des Überwältigungsmomentes, sondern darum, eine lebensechte Atmosphäre zu schaffen, die sowohl visuell anspricht als auch emotional funktioniert. Martin Scorsese hat mit Hugo Cabret einen weiteren Film geschaffen, hinter dem nicht nur technisches Können steht, sondern vor allem eine Idee, die mittels der dritten Dimension die Geschichte auf eine andere Ebene hebt. Sein erster Film für ein jüngeres Publikum ist zugleich seine erste 3D-Produktion. Scorsese gefiel die Einbeziehung der neuen Technik, da sie eine genauere Betrachtung dessen ermöglicht, was sich auf den Gesichtern der Schauspieler abspielt und so eine größere emotionale Tiefe zu erzeugen vermag.
Bei unserer Vorführung stellt sich nun die Frage: Funktioniert das auch in 2D? Oder verliert der Film daran, dass wir ihn nicht „räumlich“ anschauen können? Sicher ist allerdings, dass Martin Scorsese ein wahrer Kino-Liebhaber sein muss: Er bezieht Filmausschnitte des Pioniers Georges Méliès mit ein und es wurden sogar Szenenbilder aus Filmen von Méliès liebevoll nachgebaut. Hugo Cabret ist nicht nur eine Buchverfilmung für Kinder, sondern eine Hommage an das Kino, herrlich altmodisch, ja fast schon dickensianisch. Durch die Bilder von Méliès werden wir zudem erinnert an die Stummfilmzeit, der wir uns am ersten Symposiumstag gewidmet haben. Ein Brückenschlag von der 3D-Epoche zurück in die Zeit, als die Bilder laufen lernten.
Text: Natalie Kurz Spieltermin:
| Samstag, 24.11.2012 19:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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