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Holy MotorsMit Einführung von Alexander Sancho-Rauschel M.A.
Regie&Buch: Leos Carax Kamera: Yves Cape, Caroline Champetier Darsteller: Denis Lavant, Édith Scob, Eva Mendes, Kylie Minogue Produktion: F, 2012 Länge: 115 min. Fassung: 35 mm, DF
Nach einer Nacht voller unruhiger Träume über die Anfänge des Kinos steigt Monsieur Oscar (DL) im schnieken Anzug in seine Limousine und fährt zur Arbeit. Doch der Schein trügt: Oscar ist keineswegs ein Geschäftsmann, sondern ein unglaublich wandelbarer Schauspieler, den seine Chauffeurin von Szene zu Szene kutschiert: Er tritt dabei als Bettlerin sowie Motion-Capturing-Tänzer auf und ist vom Monster "Monsieur Merde" über den Auftragsmörder und sein Opfer bis hin zum Vater einer Teenager-Tochter in einem gewaltiges Rollenspektrum von „völlig abgefahren“ bis hin zu „ganz normal“ auf. Die Fahrzeiten dazwischen nutzt Oscar stets sowohl fürs Anziehen der neuen Verkleidung als auch für die Vorbereitung auf die nächste Rolle.
So vielfältig wie Oscars Rollenspektrum fallen auch die Interpretationen dieses träumerisch inszenierten Kleinods des französischen Autorenfilmers Leos Carax aus. Tatsächlich könnte man das Kino anhand dieses Films für tot erklären, da seine Erzählungen hier als in Klischees verharrend gezeigt werden. Doch gleichzeitig ist das Kino auch überall präsent, da die gesamte Realität des Protagonisten aus Filmszenen und ihrer Vorbereitung besteht. Sollte das Kino aber wirklich tot sein, so wäre es einem wie Carax durchaus zuzutrauen, dass er es mit Filmen wie Holy Motors wiederbeleben könnte. Diese halluzinatorische Groteske entfaltet eine an Größenwahn grenzende expressiv-kreative Kraft und bleibt dem Zuschauer als „schön-hässliches Liebesgedicht an das Kino“ in guter Erinnerung.
Text: Martin Koch Spieltermin:
| Freitag, 23.11.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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