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Cinema JeninIn Anwesenheit des Protagonisten Fakri Hamad
Regie&Buch: Marcus Vetter Kamera: Aleksei Bakri, Mareike Müller, Marcus Vetter Musik: Avi Balleli, Sven Kaiser Produktion: D, 2011 Länge: 96 min. Fassung: BluRay, OmU
Ein Kino mit einer bewegten Geschichte: Im Jahre 1950 wird das Kino in der Stadt Jenin in einer Reihe von 300 Kinos in Palästina eröffnet. Internationale Filme stehen auf dem Programm. Bis 1987 läuft der Betrieb weiter, doch im Jahr des ersten palästinensischen Aufstands gegen Israel, der „Intifada“, wird das „Cinema Jenin“ geschlossen. In den 2000er Jahren ereilt Jenin der Ruf, eine „Terrorhochburg“ zu sein. Dementsprechend werden die Einwohner auch behandelt. Im Jahr 2002 wird ein zwölfjähriger Junge erschossen und sein Vater entscheidet sich dafür, als Geste des Friedens die Organe seines Sohnes für israelische Kinder zu spenden.
Dies ist die Geschichte des Films Das Herz von Jenin von 2007, in dem der Vater des Jungen, Regisseur Marcus Vetter und Fakri Hamad das alte Kino von Jenin entdecken und planen, es wieder aufzubauen. Vor diesem Hintergrund hat Marcus Vetter den Film Cinema Jenin über die Entstehung des gleichnamigen Projektes gedreht. Trotz finanzieller Probleme konnte das Gebäude dank Spenden wiederaufgebaut werden. 2010 dann wurde das „Cinema Jenin“ wiedereröffnet und beherbergt nun nicht nur ein Kino, sondern auch ein Kultur- und Ausbildungszentrum. Der Film zeigt hier eindrücklich, wie ein Kino zur Begegnungsstätte werden und zur Völkerverständigung beitragen kann. Es ist ein Ort geworden, der Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenbringt. Dafür wurden sowohl das Projekt als auch der Film ausgezeichnet. Das „Cinema Jenin“ steht somit für die friedliche Annäherung zwischen zwei verhärteten Fronten. Es wäre wünschenswert, dass sich mehr solche Orte inmitten des israelisch-palästinensischen Konflikts etablieren und Kinos in der ganzen Welt ähnliche neue Aufgaben annehmen würden.
Text: Natalie Kurz Spieltermin:
| Freitag, 23.11.2012 18:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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