|
Die Haut, in der ich wohneOriginaltitel: La piel que habito Regie&Buch: Pedro Almodóvar Kamera: José Luis Alcaine Musik: Alberto Iglesias Darsteller: Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes Produktion: ESP, 2011 Länge: 121 min. Fassung: 35 mm, Span. OmU
Wir sehen eine junge Frau. Sie heißt Vera, wie wir später erfahren. Doch warum Vera in einer Art Klinik gefangen ist, warum sie ihr luxuriöses Krankenzimmer nicht verlassen darf und all ihre Bewegungen von ihrem betreuenden Arzt Dr. Ledgard überwacht werden, bleibt (zunächst einmal) im Dunkeln. Dr. Ledgard scheint besessen von seiner Patientin, die im übrigen seine einzige ist. Er verehrt sie, bewundert sie, und gleichzeitig ist sie sein Versuchsobjekt. Er hat nämlich eine Haut geschaffen, die unempfindlich ist, gegenüber äußeren Einflüssen. Diese Haut hat er Vera transplantiert. Doch ist das allein Grund genug, die junge Frau quasi als Gefangene zu halten? Die Geschichte und die schöne Vera wird erst nach und nach aufgelöst. In kleinen Bruchstücken erfährt der Zuschauer, was es mit ihrer Vergangenheit auf sich hat. Man beginnt, die Zusammenhänge zu erahnen. Aber kann das wirklich wahr sein?
Wer einen amüsanten, schönen Film erwartet hat, wird von diesem Werk Almodóvars sicher enttäuscht werden. Denn diesmal hat der spanische Meisterregisseur erstmalig einen wahren Psychothriller produziert. Die Geschichte beruht auf einem französichen Krimi. Almodóvar ergänzt den Plot wie nebenbei mit barocken Einsprengseln und Figuren, was dem Film trotz des für Almodóvar ungewöhnlichen Genres ganz klar seine Handschrift verpaßt. Nein, ein „schöner“ oder leichter Film ist „Die Haut, in der ich wohne“ sicher nicht. Dennoch beeindruckt auch dieser Film wieder mit äußerst ästhetischen Bildern und schrillen Ideen. Für Almodóvar-Fans (und alle, die es noch werden wollen), ein absolutes Muß!
Text: Angelique Presse Spieltermin:
| Montag, 14.05.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 | | |