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Al Pacino - ScarfaceOriginaltitel: Scarface Regie: Brian de Palma Buch: Oliver Stone Kamera: John A. Alonzo Musik: Giorgio Moroder Darsteller: Al Pacino, Michelle Pfeiffer, Steven Bauer, Robert Loggia, Mark Margolis Produktion: USA, 1983 Länge: 148 min. Fassung: 35 mm, DF
Die Zeit der Kubakrise: Fidel Castro öffnet die Grenzen, um den Menschen dort die Möglichkeit zu geben, zu ihren Familienangehörigen in den USA überzusiedeln. Gleichzeitig lässt er damit Tausende Oppositionelle und Vorbestrafte des Landes verweisen. Einer von ihnen: Antonio „Tony“ Montana (AP), der mit seinem engsten Freund Manolo, genannt Manny (SB), übersiedelt. Zunächst werden sie in Flüchtlingsquartieren untergebracht, wo sie einen zweifelhaften Job ausführen, um sich eine Green Card zu verdienen. Fortan verdingen die beiden sich, klassisch, als Tellerwäscher, kommen aber schnell mit dem örtlichen Drogenkartell in Kontakt. Als Handlanger für die Drecksarbeit fangen sie an, jedoch hinterlässt besonders Tony Montana bei Drogenboss López (RL) Eindruck aufgrund seiner Konsequenz und seiner Kaltblütigkeit. Der Einstieg ist geschafft - und Tony ist ein schlaues Kerlchen, er weiß, wann er sich mit wem anlegen kann und wann es besser ist, den Mund zu halten. So arbeitet er sich nach und nach ganz an die Spitze des internationalen Kokainhandels - der Weg dorthin ist natürlich auch mit Leichen gepflastert.
Tony Montana ist nicht nur eiskalt und arrogant, sondern auch von einer unbestimmten Melancholie umgeben, die vielleicht sogar schon eine Misanthropie ist. Das Schicksal hat also nicht nur physisch in Form einer Narbe auf der linken Wange, sondern auch psychische Spuren hinterlassen. Wie und warum, das erfahren wir höchstens andeutungsweise, aber wir sehen einen Al Pacino, der das ohne große Worte auszudrücken vermag. Er zeigt uns einen jungen kubanischen Exilanten, der im kapitalistischen, grellbunten Amerika den Mythos der unbegrenzten Möglichkeiten auf eigene Art und Weise interpretiert. Regisseur Brian de Palma setzte mit dem Remake des Originals von 1932 neue Maßstäbe im Gangsterfilmgenre, was nicht zuletzt an der poppigen Inszenierung und den eruptiven Gewaltexzessen liegt.
Text: Johannes Litschel Spieltermin:
| Mittwoch, 04.07.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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