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RomeosIn Kooperation mit dem Gender-Referat*
Regie&Buch: Sabine Bernardi Kamera: Moritz Schultheiß Musik: Roland Appel Darsteller: Rick Okon, Maximilian Befort, Liv Lisa Fries Produktion: D, 2011 Länge: 94 min. Fassung: 35 mm, Dt. OV
„Dieser Film macht schwul“. So schrieb die Taz im Dezember 2011 über den Film Romeos in Anlehnung an das umstrittene Urteil der FSK, die den Film für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet hält. In dem Film geht es um den transsexuellen Jugendlichen Lukas, dessen biologisches Geschlecht weiblich ist. Er/Sie** selbst fühlt sich allerdings als Junge bzw. Mann und hat sich deswegen zu einer Geschlechtsangleichung entschieden. Die FSK begründetet ihr Urteil nicht etwa durch explizite Sex- oder Gewaltszenen, sondern durch die Befürchtung, dass Jugendliche in ihrer sexuellen Selbstfindung nachhaltig verunsichert werden könnten: „Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken […] und zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen“ (Arbeitsauschuss FSK, September 2011).
Lukas kommt als Zivi neu nach Köln und wird dort erst einmal im Schwesternwohnheim untergebracht, weil seine Geschlechtsangleichung noch nicht anerkannt worden ist. Ine, die Lukas noch von früher kennt, führt ihn in die lokale Homosexuellenszene ein. Dort verliebt er sich in den schwulen Macho Fabio, der seine Gefühle erwidert. Es bahnt sich eine Beziehung an, bis Lukas’ in den Augen der anderen „unklare“ Geschlechtsidentität zu Komplikationen führt.
Der Film gibt einen unidealiserten Einblick auf die Probleme eines Transgender-Jugendlichen. Ein homosexueller Mann, der von Geburt an im Körper eines Mädchen gefangen ist und deswegen eine Geschlechtsanpassung vollzieht, erscheint aus heteronormativem Blickwinkel suspekt; auch in der Homosexuellenszene stößt Lukas Geschlechtsidentität auf Verwirrung: innerhalb einer homosexuellen Minderheit stellt er selbst eine Minderheit dar. Die Tatsache, dass Lukas in der Szene diskriminiert wird macht deutlich, dass eine einfache binäre Trennung in eine heterosexuelle Mehrheit und eine davon abweichende Minderheit Anderer nicht möglich ist, sondern dass es ein breites Spektrum nicht heteronormativer Identitäten gibt.
Der Film fand auf Queer-Film-Festivals ein breites Publikum und erhielt diverse Auszeichnungen.
* http://www.u-asta.uni-freiburg.de/engagement/referate/genderreferat
** Lukas würde von sich selbst sicherlich als „er“ sprechen,. Da die Gesellschaft die Menschen jedoch nach ihrem biologischen Geschlecht und nicht nach ihrer Geschlechtsidentität definiert, was sicherlich ein Problem ist, das in diesem Film beleuchtet wird, wählten wir diese Formulierung, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen und ihn nicht aus political correctness zu ignorieren.
*** Wenn wir hier von „heterosexuellem Mädchen“ und „homosexuellem Jungen“ sprechen, tragen wir der gesellschaftlichen Mehrheitsmeinung Rechnung. Da wir diese Einteilung allerdings hinterfragen haben wir diese Formulierungen in Anführungszeichen gesetzt.
Mit Vorfilm: Bella
R: Karen Nobes B: Bill Payne K: Rewa Harre P: NZ 1998 V: 35 mm, OmU L: 15 Min.
Bella ist eine junge Transsexuelle, die hinter Gefängnismauern vom Glamour träumt.
Text: Rebekka Blum, Leonie Wanitzek, David Weineck Spieltermin:
| Montag, 25.06.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 | | |