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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

V wie Vendetta

Originaltitel: V for Vendetta

Kollegen-Wunschfilm

Regie: James McTeigue Buch: Andy und Lana Wachowski, nach dem Comic von Alan Moore und David Lloyd Kamera: Adrian Biddle Musik: Dario Marianelli Darsteller: Natalie Portman, Hugo Weaving, Stephen Rea, John Hurt, Stephen Fry Produktion: GB/USA/D, 2005 Länge: 132 min. Fassung: BluRay, En. OmU

Großbritannien in nicht allzu ferner Zukunft: Die politische und gesellschaftliche Lage hat sich weltweit verschlechtert. Angst grassiert in der Bevölkerung. So kam die „Norsefire“-Partei an die Macht und konnte mit Großkanzler Adam Sutler (JH) an der Spitze ein totalitäres Regime einsetzen. Die Slogans der Partei sind omnipräsent; die Reden des Kanzlers werden auf riesigen Bildschirmen übertragen. Die Regierung hat das Volk in der Hand. Zunächst ist Evey Hammond (NP) nur eine von ihnen und arbeitet brav ihre Zeit in der staatlichen Fernsehanstalt ab. Eines Abends jedoch wird sie von einem maskierten Mann, der sich selbst „V“ nennt (HW), aus den Fängen der Geheimpolizei gerettet. Er lässt sie bei seiner zuvor geplanten Sprengung des Gerichtsgebäudes Old Bailey zusehen und Evey gerät daraufhin immer tiefer in seine Fehde gegen den Staat. Als V es schafft, sich nur für Minuten Kontrolle über das Fernsehprogramm zu verschaffen, um seinen Revolutionsaufruf an die Bevölkerung auszustrahlen, hat das auch für Evey ungeahnte Folgen.

V for Vendetta gehört zweifelsohne zu den besseren Comicverfilmungen der letzten Jahre. Indem der Film nicht auf eine übertriebene Ladung Action setzt, sondern eine durchdachte und zugleich spannende Geschichte auf die Leinwand bringt, verdient er sich seinen Platz in der Nähe von gehaltvollen Krachern wie The Dark Knight und Iron Man. Sie haben gemeinsam, dass nicht überhöhte Helden im Mittelpunkt stehen, sondern vergleichsweise glaubwürdige Charaktere und ein größerer Zusammenhang. Sie vereinen sowohl Unterhaltsamkeit als auch eine intelligente Machart. Vendetta hat mit V zudem eine zentrale Figur, deren Faible für Symbolik, geschliffene Sätze und eine gewisse Theatralik auch für den nötigen Humor sorgt.

Das Thema des Films wird zeitlos bleiben so lange es noch Diktaturen gibt. Zudem wird in einer Zeit, in der alles unübersichtlicher und damit undurchsichtiger wird, Doppelmoral und Korruption an der Tagesordnung sind und Schein und Sein immer noch zwei grundverschiedene Dinge bleiben, die Botschaft des Films wieder ausdrucksstärker. Nicht umsonst hat sich das Kollektiv "Anonymous" Vs Guy-Fawkes-Maske und ihren Symbolwert zu Nutze gemacht. Und gerade dadurch wird der Film aktuell: Er stellt wichtige Fragen – und gibt sicher teils extreme Antworten. Doch schon die Provokation zum Nachdenken und in Frage stellen macht das Ganze wertvoll. Vs Meinung dazu: „Ideas are bulletproof.“

„Remember, remember the 5th of November…“ So spukt das Guy-Fawkes-Thema immer wieder durch den Film. Getreu diesem Satz vergesst auch den 19. Juli nicht, wenn Vendetta endlich wieder auf der großen Leinwand läuft!

Text: Natalie Kurz

Spieltermin:
Donnerstag, 19.07.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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