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Berlin - Die Sinfonie einer GroßstadtStummfilm mit Live-Vertonung durch Günter A. Buchwald
Regie: Walther Ruttmann Buch: Walther Ruttmann, Carl Mayer, Karl Freund Kamera: Robert Baberske, Reimar Kuntze, Karl Freund, László Schäffer Musik: Edmund Meisels Darsteller: Karl Freund, Carl Mayer, Walther Ruttmann Produktion: Deutschland, 1927 Länge: 65 min. Fassung: 35mm
Ein Tag im Leben der Großstadt Berlin. Es ist Normalität eingekehrt, der Erste Weltkrieg ist schon einige Jahre vorbei. Während zu den frühen Morgenstunden noch einsame Straßenkehrer ihre Runden drehen, füllen sich bald drauf die Straßen: Arbeiter verlassen ihre Wohnungen, Kinder ziehen lärmend zur Schule und Geschäftsleute treffen sich. Die Fabriken beginnen zu leben, die Maschinen stampfen und in den Banken wird das Geld gewechselt. Nachmittags treffen die Mütter sich auf einen Kaffeeklatsch, die Liebenden warten aufeinander und finden sich. Die Abendzeitung erscheint, mit „Krise“ auf der Titelseite und „Mord“, „Heirat“ und „Geld“… Abends geht es rein in das aufregende Nachtleben der Stadt, zu Trapezkünstlern und Jongleuren, Sängern und Tänzern und auch zu Charlie Chaplin ins Kino. Es wird getrunken, geflirtet und getanzt, bis ein Feuerwerk den Tag beendet. Schon das Leitmotiv der Lokomotive, die zu Beginn des Filmes nach Berlin einfährt, und der Straßenbahnen, die durch die Stadt kreuzen, versinnbildlicht das hektische Leben in der Großstadt. Der Takt der Schnitte des Filmes unterstreicht den Rhythmus des Tages. Gezeigt wird ein Querschnitt durch die Gesellschaft, vom Obdachlosen bis zum Großkapitalisten. Faszinierend ist es, einen Einblick in den damaligen Alltag zu gewinnen, und erschütternd, wenn man sich klar macht, welche Tragödie sich dort einige Jahre später entwickeln sollte. Selten hat ein Film einen derart authentisch wirkenden Einblick in das Leben und Treiben einer Metropole geworfen – und diente so als Vorbild für viele dokumentarische Filme aus späteren Jahrzehnten.
Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup Spieltermin:
| Donnerstag, 24.11.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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