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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Halbe Treppe

Regie&Buch: Andreas Dresen Kamera: Michael Hammon Musik: 17 Hippies Darsteller: Steffi Kühnert, Axel Prahl, Thorsten Merten, Gabriela Maria Schmeide Produktion: D, 2001 Länge: 110 min. Fassung: 35 mm

Es geht hier nicht um ein umfassendes „Gesellschaftsbild“, sondern vielmehr „um eine winzige Geschichte, die jeder aus dem Alltag kennt, ich will einfach so genau wie möglich über meine Figuren erzählen“, kommentierte der Regisseur im Interview seinen Film. Dresen verzichtete ganz bewusst auf ein klassisches Drehbuch, bei einigen der improvisierten Szenen stand nur die Überschrift fest - und so entstand in manchen Momenten fast eine dokumentarische Atmosphäre. Zwei Ehepaare in den Dreißigern sind in ihrem Leben etwa auf ‚halber Treppe“ angelangt. Uwe (AP) betreibt eine Imbissbude, die auf halber Höhe einer öffentlichen Treppe in der Innenstadt von Frankfurt an der Oder liegt, seine Frau Ellen (SK) arbeitet als Fachverkäuferin in einer Parfümerie. Befreundet sind die beiden mit Chris (TM), der als Radiomoderator arbeitet, und seiner Frau Katrin (GMS), die ihre Arbeitszeit in einer Spedition verbringt, wo sie LKWs abfertigt. Als der Wellensittich Hans-Peter ausbüchst, halten alle das für eine ziemliche Aufregung, doch als dann zwei der vier Hauptpersonen miteinander im Bett landen, und zwar in einer nicht staatlich verbrieften Kombination, gerät noch einiges mehr aus den Fugen... Der berührende und liebevoll inszenierte Film, der es schafft, aus alltäglichen Begebenheiten großes Kino zu machen, lebt vom intensiven Spiel der vier Darsteller und der Einfachheit seiner Mittel: „In einer Imbissbude in Frankfurt an der Oder in Cinemascope zu drehen und dazu mit einer riesigen Filmcrew einzufallen, würde so einer Szene das ganze Leben nehmen. Da ist es sinnvoller, mit der kleinen (Digitalvideo-)Kamera wie in einer Doku an die Leute heranzugehen“, erklärte Dresen seine Arbeitsweise. Der spontane, offene Stil ermöglichte in der Tat eine Ehrlichkeit und Unmittelbarkeit, die sonst im Kino selten zu finden ist - und seinerzeit neben einem enormen Publikumszuspruch auch mit einem Hauptpreis auf den Berliner Filmfestspielen belohnt wurde.

Text: Alexander Sancho-Rauschel

Spieltermin:
Dienstag, 24.01.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

Gezeigt im Rahmen der Filmreihe:
Andreas Dresen
 Dienstag  17.01.2012  20:00 Uhr  35 mm  Wolke 9
 Dienstag  24.01.2012  20:00 Uhr  35 mm  Halbe Treppe
 Dienstag  31.01.2012  20:00 Uhr  35 mm  Sommer vorm Balkon
 Dienstag  07.02.2012  20:00 Uhr  35 mm  Willenbrock
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