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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Alles, was wir geben mussten

Originaltitel: Never Let Me Go

Regie: Mark Romanek Buch: Alex Garland, nach dem Roman von Kazuo Ishiguro Kamera: Adam Kimmel Musik: Rachel Portman Darsteller: Carey Mulligan, Keira Knightley, Andrew Garfield, Charlotte Rampling, Isobel Meikle-Small, Charlie Rowe, Ella Purnell Produktion: USA/GB, 2010 Länge: 103 min. Fassung: 35 mm, DF

Kathy (CM), Tommy (AG) und Ruth (KK) wachsen im Internat Hailsham auf, und werden wie in den 70ern in englischen Internaten üblich zu Pflichtbewusstsein, unbedingtem Gehorsam und Disziplin erzogen. Doch wissen sie nicht, dass ihr Leben kein normales ist – sie haben keinen Kontakt zu ihren Herkunftsfamilien, sie dürfen das Internatsgelände nicht verlassen und bekommen auch sonst erst Zugang zur restlichen Welt, als sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben und erfahren, welchem Zweck sie dienen. Der Gedanke der Rebellion stellt sich ihnen nicht, denn dies ist ihr Leben – und ihr Schicksal. Der einzige Ausweg ist der Zusammenhalt zwischen den dreien. Doch dieser gestaltet sich nicht ganz einfach, da Kathy und Tommy für einander bestimmt sind, wie Ruth neidvoll eingestehen muss. Erst durch den Eintritt ins Erwachsenenleben ändern sich ihre Rollen, und das ihnen vorherbestimmte Leben zwingt sie, alles zu geben. Und einander nicht aufzugeben.

Mit der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kazuo Ishiguro schuf Mark Romanek eine sensible und treffsichere Umsetzung der Dystopie, die universelle Fragen des Menschseins berührt. Auch durch das gelungene Drehbuch von Alex Garland (28 Days Later, Sunshine) lässt der Film den Zuschauer in die Welt der Charaktere vollends eintauchen, mit ihrer Verzweiflung und Hoffnung und der Frage, was ihre jeweilige Identität und ihren Wert ausmacht. „Und gerade durch seine ruhige, entschleunigte, undramatische Gangart entfaltet Alles, was wir geben mussten eine unglaubliche emotionale Wucht, die noch lange nach dem Kinobesuch nachwirkt. Selten war ein Film so unglaublich traurig … und so unglaublich schön.“ (br-online)

Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup

Spieltermin:
Mittwoch, 18.01.2012 20:00 Uhr, Hörsaal 2006

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