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Howl – Das GeheulOriginaltitel: Howl Regie&Buch: Rob Epstein, Jeffrey Friedman Kamera: Edward Lachman Musik: Carter Burwell Darsteller: James Franco, David Strathairn, Jon Hamm, Mary-Louise Parker Produktion: USA, 2010 Länge: 84 min. Fassung: 35 mm, En. OmU
1955 schreibt der amerikanische Bohemien und Dichter Allen Ginsberg (JF) sein Gedicht „Howl". Er widmet es seinem Bekannten, dem Insassen einer psychiatrischen Anstalt Carl Solomon, und beklagt darin die Zerstörung der besten Köpfe seiner Generation durch Verrücktheit. Zu den weiteren Ausmalungen gehört die Zeile "who let themselves be fucked in the ass by saintly motorcyclists, and screamed with joy". Zwei Jahre später steht Ginsbergs Verleger wegen eben dieser Zeile vor Gericht, weil er Howl veröffentlicht hat. Ein skurril-anmutender Prozess beginnt – doch Howl ist nicht nur ein Gerichtsdrama, sondern ein höchst innovativer Film über Literatur, der sich Ginsbergs Gedicht aus zwei weiteren Perspektiven annähert: Die Geschichte der Entstehung von „Howl" in den jungen Jahren des heute legendären schwulen Beatpoeten und ein Vortrag des Gedichts, mit dem hypnotische Trickfilm-Bilder verbunden werden.
Mit diesem Film wagen sich die engagierten Dokumentarfilmer Epstein und Friedman (Oscar 1985 für The Times of Harvey Milk) erstmals auf Spielfilmterrain. Ihr collageartiger Ansatz einer filmischen Umsetzung von Literatur ist nicht nur neuartig und gewagt, sondern ergibt auch ein spannendes und die Gedanken anregendes Filmerlebnis. Dieses entsteht vor allem daraus, dass Howl nicht nur das Gedicht, sondern auch die repressive Gesellschaft, aus der es entstanden ist, porträtiert. Anstatt sich in seinen Erzählsträngen zu verlieren, ist dieser Film stets abwechslungsreich, behält aber gleichzeitig stets den Fokus auf seinem Gegenstand – einem Gedicht, das seinerzeit einen Riesenskandal auslöste und das heute einer der größten Klassiker der amerikanischen Lyrik ist.
Text: Martin Koch Spieltermin:
| Mittwoch, 08.06.2011 20:00 Uhr, Hörsaal 2006 |
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